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    Gletschertour zum La Muongia

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    Gletschertour zum La Muongia

    Die gemütliche Chamanna Coaz liegt schon seit einer halben Stunde hinter uns, die Steigeisen sind montiert und wir suchen einen gangbaren Weg durch den wild zerfurchten Gletscher. Es ist kalt und es ist windig. Wir kommen gut voran, trotz der Seilschaftsgröße von sieben Gipfelaspiranten.

    Wer schon mal wildere Sachen gemacht hat, kommt dann mit einfachen Routen besser klar

    Die Tour zum La Muongia (3415m) ist zwar mit “PD” (wenig schwierig) im Führer angegeben, allerdings sagt diese Bewertung nichts über die Spaltengefahr aus. Gletscherspalten gibt es doch zuhauf, da wir uns unseren Weg durch die Bruchzone suchen und in einem großen Bogen von Osten her zum Gipfel wollen. “Wer schon mal wildere Sachen gemacht hat, kommt dann mit einfachen Routen besser klar” sagt unser Bergführer Markus und führt uns mit geschultem Auge durch das Spaltenwirrwar. Wir queren unterhalb der markanten Nadel nach Osten, steigen auf bis ca. 3280m, kurz unterhalb der Fuorcla del Glüschaint, und rasten dort in der Sonne, weit oberhalb der Bruchzone.

    Bergsteiger Schule

    Einem Bergkameraden war nicht wohl und er war schon so entkräftet, daß wir auf den Gipfel verzichten und unterhalb davon nach Westen abstiegen. Ich übernahm die Führung der Seilschaft, und unter Anleitung und Rücksprache mit Markus erreichten wir schließlich sicher die Ostwand des Il Chapütschin. Hier rasten wir nochmals auf den sonnengewärmten Steinen und befanden, daß dies ein optimales Übungsgelände für Spaltenbergungen ist.

    Fix die Sicherungen und Hintersicherungen ins Eis gedreht und den Flaschenzug, den Schweizer Flaschenzug sowie die Selbstrettung geübt, bis uns die Arme schmerzten und uns die aufziehende Kälte auf dem Normalweg zurück in die warme Hütte trieb.

    Fazit

    Auch ohne Gipfel eine herrliche Gletschertour mit vielen lehrreichen Details, vor allem natürlich was das Führen einer Seilschaft angeht! Das “richtige” Tempo zu finden ist bei solch einer Seilschaftsgröße beinahe unmöglich, und prompt war ich mal zu schnell, mal zu langsam. Auch das Auge für die Umgebung wurde geschult: nicht nur Spalten unterhalb, auch Seracs oberhalb gilt es zu meiden, letztere sind schneller zu queren, Spalten unterhalb mit Bedacht und am besten so wenig steil als möglich. In Falllinie abzusteigen ist ab einer gewissen Steilheit manchmal besser als Zickzack – und noch einiges mehr.

    Viel zu spät treffen wir auf der Hütte ein und, der jetzt wieder weniger nervöse, Hüttenwart Alois serviert uns selbst geschossenen Hirsch. Und die Welt ist wieder in Ordnung.

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