Brandbekämpfung

Da die Skitickets mit dem neuen Frankenkurs auch am Flumserberg nicht billiger werden, starten wir von der Prodalp (1589m) eine Skitour in den Talschluss des Schilstals. Ziel ist in erster Linie der Spitzmeilen, wobei wir auf die Verhältnisse in der Gipfelrinne gespannt sind. Nach lange gezechtem Abend reichen die vier Stunden Schlaf natürlich vollkommen aus :-).

Auf Loipe und Winterwanderweg geht es gemütlich ein paar Kilometer geradeaus, der Winterwald glänzt wunderbar unter seinem weißen Kleid, und langsam zeigt sich auch die Sonne. Nach einer Weile erreichen wir die Liftstation vom Panüöl (1803m), hier ist bereits Betrieb. Wir trinken unseren Brand weg und hauen die Sonnencreme ins Gesicht. Bloß nicht anfängermäßig mit rotem Gesicht nach Haus kommen! In leichtem Auf und ab gehts dann weiter, die Alphäuser von Fursch (1792m) immer im Blick. Bis hierhin hat man schon gut Strecke gemacht, aber nicht wirklich Höhenmeter. Die werden jetzt in Angriff genommen, die aufziehenden Wolken im Rücken. Der Weg zur Spitzmeilenhütte ist mit roten Stangen gekennzeichnet und mit einer guten Spur sehr entspannt. In ca. 1,5 Stunden von der Alp erreichen wir so besagte Hütte (2087m). Unterdessen liegt die Wolkenobergrenze knapp über uns, und wir hoffen, dass sie nicht weiter steigt und wir am Ende keine Aussicht haben.

Nach einem kalten Brot und Brandbekämpfung gehts weiter, jetzt geradeaus in Richtung des Passes zwischen Wissmilen und Spitzmeilen. Der Umweg über die Hütte muss nicht genommen werden, wir haben aber Zeit und diese Architektur ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir folgen einer guten Spur und treffen unmittelbar vor dem Steilhang auf die andere. Oben auf dem Pass bläst uns der Wind ins Gesicht, und die Sonne knallt. Gut dass es hier nicht geschneit hat letzte Nacht, dann gibt es zumindest keine neuen Triebschneeansammlungen! Wir lassen die Skier hier und machen uns zu Fuß auf den Weiterweg. Der Gipfelaufbau des Spitzmeilen wird südseitig gequert, dann auf der Südrippe bis zum Felsen aufgestiegen (Wegweiser) und auf der Ostseite bis zur Hälfte gequert. Eine verschneite Spur ist zu erahnen. Hier beginnt der Spaß, in gutem Trittschnee geht es die anfangs angenehme Rinne hinauf. Als diese kurz vor dem Gipfel aufsteilt, sind zwei von uns sehr froh um ihre Pickel, wir andern machen uns die Finger kalt… Die Kette(n) aus dem Sommer liegen unter dem Schnee und sind keine Hilfe. Wir sind froh als wir auf dem Gipfel des Spitzmeilen (2501m) stehen und das Panorama um uns so richtig geniessen können.

Über den Wolken …

Die Wolkenobergrenze liegt auf ca. 2200m. Die obersten Meter der Churfirsten ragen gerade so raus, der Säntis liegt auf Augenhöhe. Auch die südlichen Täler sind alle unter Wolken verborgen. Das Skigebiet bekommt nur am Leist ein wenig Sonne ab. Also: Alles richtig gemacht! 🙂

Niemand reisst sich um den Abstieg, hier ist nochmal Konzentration gefragt. Der Fels am Rand ist nur bedingt hilfreich, der Kollege lässt einen Stein fast auf einen anderen fliegen. Im Hang angekommen kommen wir erstmal wieder runter und entspannen windgeschützt in der warmen Sonne. Schnell sind wir dann wieder zurück am Skidepot und steigen rasch hoch auf den Wissmilen (2483m). Hier verbringen wir solange wie möglich, wir könnten eigentlich alle ein Schläfchen einlegen. Aber die Abfahrt wartet, und nach einer halben Stunde machen wir uns träge fertig. Nach dem ersten Schwung in der nordöstlichen (steilen) Gipfelflanke sind wir allerdings alle hellwach! Hier hat der vermeintliche Pulver einen festen Deckel, dort liegt Pulver auf brüchiger Unterlage und wieder woanders ist der Schnee eisig. Hier kriegt jeder sein Fett ab, und wir betiteln die Schneeverhältnisse als “interessant”. Entspannt ist was anderes, aber das wär ja auch langweilig. Wir wurschteln uns eine der vielen Rinnen hinab auf die flachen Mietböden, wo der Wind nicht so gewerkelt hat. Wir cruisen in den Wolken Richtung Fursch und erreichen die Alphütten, welche unter der dünnen Wolkendecke liegen und heute wohl nicht so besucht sind.

Unter den Wolken …

Hier heisst es wieder: anfellen, denn zuerst geht es leicht bergauf. Der Weg trifft auf die Piste des Skigebietes, welche vom Leist herunterkommt. Wir fahren runter zum Schlepper, rauf mit dem Schlepper, runter nach Panüöl. Hier heisst es: Piste zur Prodalp gesperrt. Schade, in dem Fall dürfen wir umsonst die Skilifte benutzen, um dorthin zu gelangen. So bekommen wir auch noch ein wenig Kunstschnee unter die Latten, bevor wir in feinstem Pulver die Hänge hinter der Prodalp entlangcruisen, einen wärmenden Lumumba in Aussicht!

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Fabian Paschke
Fabian ist ein sportbegeisterter Student aus Konstanz, viel in den Bergen unterwegs, am Liebsten auf Skitouren, Bergtouren, Hochtouren, Hauptsache lang und anstrengend!

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