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    Kleiner Sicherheitsratgeber Klettern

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    Kleiner Sicherheitsratgeber Klettern

    Klettern gilt mittlerweile als das Trendhobby schlechthin. Egal ob in Hallen oder in der freien Natur, Klettern ist eine gefährliche Extremsportart, die ohne ausreichend Trainingserfahrung und eine optimale Sicherheitsausrüstung nicht ausgeübt werden sollte.

    Wer zum ersten Mal klettert und in ungewohnter Höhe am Seil hantieren muss, kommt meist durch Nervosität schnell ins Schwitzen. Aber Übung macht den Meister und man kann sich auf die geläufigen Sicherungsmethoden verlassen, sofern man sie richtig beherrscht. Des Weiteren verbessert sich die Qualität der Kletterausrüstung, wie des Grigri 2 oder die sogenannten Alpin-Tuber, zunehmend. Trotzdem ist ausreichend Übung unerlässlich, um Gefahren des Kletterns in Hallen und am Felsen zu erkennen und begegnen zu können. Nur so können Gefahren vermieden und die eigene Sicherheit und die des Partners gesteigert werden.

    Häufige Sicherungsfehler

    Durch eine falsche Handhaltung bei Tubern und Halbautomaten Click-Up/Smart kann das Seil nicht gebremst werden. Die Bremshand muss zu jeder Zeit unten sein und das Seil fest umfassen – ein lockeres Führen des Seils ist nicht ausreichend! Beim Seilausgeben darf die Bremshand maximal nach vorne, nie nach oben geführt werden.

    Sauberes Umgreifen ist beim Topropen oder Nachsteiger sichern (also beim Seil einholen) sicherer als das Tunneln des Seils. Beim Sichern eines Vorsteigers (also beim Seil ausgeben) ist wiederum das Tunneln schneller und sicherer, da so die Reaktionszeit verkürzt wird und man sehr schnell die Seillänge justieren kann. Hier macht eine gute Anleitung so wie viel Übung den Meister.

    Vor allem Personen, die vorwiegend mit der Halbmastwurfsicherung arbeiten, müssen sich daran immer wieder erinnern. Denn bei ihnen ist häufig der Reflex antrainiert, dass die Bremshand nicht nach unten geht. Darum empfiehlt z.B. der OEAV schon lange, auch beim Sichern mit HMS die Bremshand unten zu halten.

    Die Halbmastwurfsicherung ist immer noch eine Standardmethode, da sie einfach und zuverlässig ist und als Basisfertigkeit bei Alpintouren gilt. Aber sie bietet eben auch einige Fallstricke. Beispielsweise darf das Seil auf keinen Fall über den Schnapper laufen. Ansonsten kann sich sich der Verschlusskarabiner aufdrehen, wodurch die Belastung auf den so geschwächten Karabiner kommt. Besser einen Karabiner mit Schutz vor Verdrehen nutzen, oder z.B. einen Ball-Lock oder ähnliches System, welches vor unbeabsichtigtem Aufdrehen schützt. Ein weiterer fataler und oft beobachteter Fehler beim Sichern mit HMS ist, daß das Seil nur mit zwei Fingern umgriffen wird (Pinzettenhaltung). Wenn der Vorsteiger in diesem Moment stürzt, ist er nicht zu halten!

    Meine persönlichen Favoriten

    • HMS: der absolute Standard, funktioniert immer und ist unkompliziert. Nachteil: Seilausgeben wird schnell anstrengend und das Seil wird extrem belastet und krangelt schnell.
    • Black Diamond ATC Guide oder Petzl Reverso: multifunktionale Tuber, auch für Halb/Zwillingsseile, im Vorstieg und Nachstieg einsetzbar. Seildurchmesser beachten!
    • ClickUp für’s Training in der Halle. Halbautomaten verzeihen noch am ehesten kleine Unachtsamkeiten. Seildurchmesser beachten!

    Partnercheck

    Man kann seine Ausrüstung und Sicherungsgeräte nicht oft genug überprüfen, bevor man seine Klettertour beginnt. Ebenso wichtig ist es, dass man sich auf seinen Partner verlassen kann und gegenseitig checkt, ob alles richtig sitzt und angebracht hast:

    • Ist der Gurt richtig geschlossen?
    • Wie sieht es mit Anseilknoten und –punkt sowie Karabiner und Sicherungsgerät aus?
    • Ist das Seilende abgeknotet?
    • Sturzbahn frei?

    Natürlich können Stürze und Unfälle immer passieren. Aber wer viel Erfahrung hat, auf eine gute Sicherung achtet, mitdenkt und sich auf seinen Partner verlassen kann, vermindert zumindest das Unfallrisiko. Kletteranfänger sollten sich bzgl. Kleidung und Ausrüstung unbedingt in einem Fachgeschäft beraten lassen und einen Einsteigerkurs belegen!

    Zum Abschluss noch ein Video-Tipp: der DAV hat zu den gängigen Sicherungsgeräten Videos erstellt, die deren Handhabung sowie mögliche Fehlbedienungen zeigen. Hier könnt Ihr Euch durchklicken.

    Der Text spiegelt meine persönliche Meinung und momentane Erfahrung als Kletterer wieder, von daher noch der Hinweis: Klettern ist eine risikobehaftete Sportart und nicht ungefährlich – lasst Euch deshalb gut ausbilden! In einer Kletterhalle oder bei den Alpenvereinen werden regelmässig Einsteigerkurse angeboten. Dort lernt Ihr nicht nur die sicherheitsrelevanten Grundlagen, sondern lernt auch die Bewegungstechniken von der Pike auf richtig.

    Kein Text auf einem Blog und kein Video können eine gute Ausbildung ersetzen! Aktuelle Lehrmeinungen zum Thema findet Ihr bei den Alpenvereinen.

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