Ein langer Wintertag in den Bergen sollte mit einem gehaltvollen und vor allem warmen Essen enden. Das Kochen draußen im Winter hat jedoch so einige Tücken, die man mit den hier vorgestellten fünf Tipps aber ganz gut in den Griff kriegt.

Der richtige Brennstoff

Hier kommt es auf die zu erwartenden Temperaturen an. Gasgemische aus Propan und Butan sind einfach, schnell, effizient und sauber in der Handhabung. Allerdings tritt das Gas bei zu niedrigen Temperaturen nicht mehr als Gas aus der Kartusche aus. Es gibt spezielle Gasmischungen mit einem höheren Anteil an Propan, welches bei niedrigeren Temperaturen besser verdunstet (z.B. von Primus*) Oft lese ich, dass man dann die Kartusche auf den Kopf stellen soll. Davor warne ich: denn so kann flüssiges Gas austreten und eine Stichflamme produzieren! Besser ist es, die Gaskartusche einige Zeit vor der Benutzung unter der Jacke oder im Schlafsack zu erwärmen. Wenn es zu kalt ist, hilft nur noch ein Benzin-Kocher!

Für Windschutz sorgen

Im Winter besonders wichtig: für ausreichenden Windschutz sorgen! Haltet also Ausschau nach Windschatten von Felsen oder Bäumen und schlagt dort Euer Biwak auf. Da man im Winter, zum Beispiel zum Schneeschmelzen, sowieso mehr Brennstoffbedarf rechnen muss, ist guter Windschutz wichtig. Eine Möglichkeit ist, den Kocher in einer kleinen Schneegrube leicht versenkt zu benutzen oder benutzt Lawinenschaufeln für zusätzlichen Schutz.

Im Zelt kochen ist riskant: das Zelt fängt extrem schnell Feuer. Außerdem ist die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung sehr hoch. Also nur falls unbedingt nötig im Zelt kochen, und dann nur mit Gas und gut belüftet. Warnhinweis auf erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration ist eine flackernde, pulsierende Flamme.

Ausreichend Trinken!

Gerade bei niedrigen Temperaturen ist es wichtig, viel zu trinken. Das Atmen in der Kälte entzieht dem Körper mehr Flüssigkeit und man Dehydriert deutlich schneller. Zusätzlich reduziert sich bei Kälte das Durstempfinden, die Gefahr der Dehydrierung steigt also noch weiter, und damit die Gefahr von Unterkühlung oder gar Erfrierungen. Höhenbergsteiger wissen das und planen für den Aufstieg viel Zeit für das Schneeschmelzen und die Rehydration ein.

Schneeschmelzen

Schneeschmelzen ist ein langwieriger Prozess, der viel Brennstoff benötigt. Hier gilt, besonders bei sehr hartem Schnee oder Eis: je größer die Oberfläche, desto schneller geht das Schmelzen. Also zerkleinert man das Eis so gut es geht.

Energie sparen

Jede Möglichkeit, Energie und damit Brennstoff zu sparen, sollte genutzt werden. Einen Topfdeckel sollte man sowieso benutzen, dazu gibt es speziell isolierte Töpfe, die die Kochzeit nochmals verkürzen. Auch der Einsatz eines Topfes mit Lamellen, die als Wärmetauscher fungieren, spart Brennstoff.

Einmal erhitztes und nicht benötigtes Wasser, in einer Isolierkanne aufbewahrt, ist ein ein guter „Starter“ für die nächste Schneeschmelzaktion. Heißes Wasser, in eine Flasche abgefüllt und im Fußraum des Schlafsacks aufbewahrt ergibt eine tolle Wärmflasche für die Nacht und erleichtert, wieder als „Starter“, das Schneeschmelzen am Morgen.

Dieser Artikel ist Teil 3 der Serie zum Outdoor-Winter:

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