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Durchquerung des Parque Nacional Conguillío

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In der Sprache der Mapuche-Indianer bedeutet Conguillío "Wasser mit Pinienkernen". Der Nationalpark Conguillío liegt ca. 80 km östlich von Temuco auf etwa 1500m Höhe. Der Sendero de Chile, ein Fernwanderweg, der alle Landschaften Chiles durchzieht, wurde hier gegründet. Auf einem Stück dieses Wegs waren wir mit dem Rucksack unterwegs, auf Trekkingtour durch den eindrucksvollen Nationalpark.

Über den Park wacht einer der aktivsten Vulkane Südamerikas, der Llaima ("Adern aus Blut") mit 3125m Höhe. Warnhinweise an den Parkeingängen stellen Informationen und Evakuierungsrouten bereit. In den letzten Jahren kam es zu Ausbrüchen, dutzende Touristen und Ranger mussten 2008 gerettet werden.

Im nördlichen Teil ist der Park wild und grün, ein schwer durchdringlicher Regenwald aus Auracarien und Südbuchen, im südlichen Teil der krasse Gegensatz: riesige Lavafelder, hier und da durchbrochen von Pionierpflanzen. Zartes Leben auf weiten Ascheflächen. Rund um den Vulkan zieht sich eine Kette von sogenannten Parasitärvulkanen, niedrigere Vulkankegel. 

Die kleine Laguna Arco Iris existiert erst seit 1994, als bei einem Ausbruch ein Staudamm entstand und den See aufstaute. Es ist nicht verwunderlich, dass hier für Fernsehdokus über Dinosaurier gedreht wurde! Eine tiefblaue Lagune, abgestorbene Bäume ragen aus ihr heraus, und im Hintergrund Lavafelder und Vulkankegel. Über allem liegt immer noch der Geruch von Feuer und Verbranntem.

Der Nationalpark ist vergleichsweise schwer zu erreichen, lange Wegstrecken auf der Schotterpiste, die sich durch den Park zieht, müssen bewältigt werden. Wir hatten Glück und konnten ein gutes Stück auf der Pritsche eines Pickup-Trucks mitfahren. Am Eingang des Parks befindet sich die Rangerstation, dort muss man sich registrieren, der Wagen sowie das angehängte Boot wurden säuberlich desinfiziert. Am Campingplatz angekommen begrüßte uns gleich eines der eindrücklichsten Panoramen: der See, wilde Bergflanken, schwarze Vulkanasche, ein dichter Regenwald, abgestorbene, weiße Bäume, die großen Greifvögeln (dem "Peuco", einem Wüstenbussard) als Landeplatz dienen. Das Dorf Melipeuco am Südrand des Parks, ist nach diesen Vögeln benannt und heißt übersetzt "vier Peucos".

Leider hatte ich mich wohl auf dem Flug erkältet und war recht angeschlagen, kämpfte immer wieder mit Schlappheit, Kurzatmigkeit und Schweißausbrüchen. So blieb uns ein eingehende Erkundung des imposanten Nationalparks verwehrt und wir verlegten uns auf kleinere Tagestouren, Spaziergänge, Lagerfeuerromantik und viel Ruhe. Nicht nur aufgrund der nächtlichen Kälte krochen wir früh in unsere mollig warmen Schlafsäcke und blieben lange liegen.

Eine gute Quelle zu den Details des Parkes, der Landschaft sowie Fauna und Flora war "En Te", eine Argentinierin, die zur Zeit im Park arbeitet und sehr gutes Deutsch spricht. In gemütlicher Mate-Runde erfuhren wir viel über Land und Leute, sie fütterte uns und hegte und pflegte meine Erkältung. Danke dafür!

Literatur:

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