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Die Zugspitz Trailrun Challenge

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Ein vollgepacktes und sehr sportliches Wochenende geht rund um die Zugspitze zu Ende. An drei Tagen gab es große Herausforderungen und folglich große sportliche Leistungen zu erleben und bestaunen. Das Wetter hat sich glücklicherweise größtenteils gut gehalten und zeigte die wunderschönen umliegenden Berge und die satte, grüne Umgebung.

Wie ihr in meinem Vorbericht schon lesen konntet, nahm ich dieses Jahr an der Kurzdistanz mit 10,1 km und 554 Hm am Sonntag in Ehrwald teil. Da wir die Strecke im Vorfeld bereits einmal Probe gelaufen sind, waren wir eigentlich bestens auf den Lauf uns seine Herausforderungen vorbereitet.

Leider hatten nicht nur wir trotzdem einige Schwierigkeiten zu meistern. Die Registrierung und die Nachmeldung vor Ort in Ehrwald liefen eigentlich reibungslos ab, nur dass meine Startnummer mit der des Halbmarathons verwechselt wurde =D. Das war aber nicht weiter schlimm, da man die Namen dann wieder umbuchen konnte, so dass jeder von uns trotzdem die richtige Zeitnehmung hatte. Im Startsackerl gab es einen stärkenden Riegel und einige nette kleine Geschenke wie ein Sonnenspray und nützliche Gutscheine. Unterwegs wurde ich dann von den netten Streckenposten immer wieder auf den „richtigen Wegverlauf“ aufmerksam gemacht und musste die Verwechslung schnell im Vorbeilaufen erklären.

Glücklicherweise schien die Sonne am wolkenlosen Himmel und wir standen motiviert am Start unter der Schatten spenden Kastanienallee im Zentrum von Ehrwald. Um 10 Uhr fiel der Startschuss für den Halbmarathon, wir starteten mit den Läufern der Kurzdistanz um 10:15 Uhr.

Die ersten 230 Hm bauen sich über den Plattenweg bis zur Talstation der Ehrwalder Zugspitzbahn angenehm auf. Doch obwohl der Plattenweg größtenteils im Schatten verläuft, empfinde ich es als viel zu heiß zum Laufen. Die Sonne brennt schon jetzt am Morgen erbarmungslos. Ich ersehne die erste Versorgungstation, um mir einen Becher Wasser über den Kopf zu leeren und etwas zu trinken. Doch leider kommt und kommt keine Versorgungstation weit und breit.

Dafür beginnt der befürchtete krasse Anstieg über die Skipisten mit 240 Hm auf ca.1,5 km. Hier sehe ich keinen mehr laufen, alle sind am stöhnen und jeder versucht in einem schnellen Laufschritt sich weiter hinauf zu kämpfen. Die Sonne brennt und die Skipiste wird gefühlt immer noch steiler. Wer die Strecke noch nicht kennt, stöhnt nach jeder weiteren Kurve, in der sichtbar wird, dass die Piste noch viel weiter geht, als erhofft. Ich ersehne einen Becher Wasser und denke mir, dass die Versorgungsstation V1 eventuell ans Ende der Pisten versetzt wurde. Leider nein…. Doch als kleine Aufmunterung geht es jetzt erst einmal steil bergab bis zur Gamsalm.

Hier weiß ich sicher, dass V2 irgendwo in der Nähe sein muss. Und dann sehe ich endlich gelbe Werbeschilder hinter den Bäumen leuchten und gebe nochmal Gas um endlich zum Wasser zu kommen. Bevor ich den letzten steilen Wall bis zum Stand hochkam, sah ich schon, dass keine Wasserbecher vorbereitet waren. Ich rief „Hallo, ich möchte nur schnell etwas trinken“. Drei Männer standen hinter dem Stand und unterhielten sich. Einer kam dann vor den Tisch und zapfte mir einen Becher aus den riesigen Kanistern. Ich schaue nicht auf jede Sekunde, aber einige andere Läufer ärgern sich hier, dass sie nicht im Laufen einen Becher nehmen können, um keine Zeit zu verlieren. Positiv ist mir das große Obstangebot aufgefallen, was in der Hitze mit Wassermelonen und Orangenschnitzen zusätzliche Flüssigkeit spendet. Bei der Hitze habe ich aber außer Wasser keinen Bedarf an Essen.

Nun folgt der letzte Anstieg von 100 Hm in der prallen Sonne und danach geht es nur noch steil bergab bis zurück ins Dorf. Jetzt gebe ich nochmal Vollgas, das Bergablaufen macht mir nämlich auch viel Spaß, auch wenn es von vielen gehasst wird. Es läuft sich gut, aber ich weiß jetzt schon dass das morgen deutlich in den Beinen zu spüren sein wird! Dunkle Waldstücke wechseln sich mit grellen Wiesenwegen ab, so dass man im Wechsel einige Meter erst einmal blind ist.

Am Ende des scheinbar nicht endenden Abstiegs läuft man die letzten Meter bis zum Ziel wieder auf Asphaltstraße. Am Streckenrand stehen viele Leute und jubeln einem bis ins Ziel kräftig zu. Das motiviert doppelt und man hat die Energie trotz der brennenden Hitze nochmal Vollgas zu geben. Glücklich und zufrieden passiere ich das Zieltor und erhalte eine belohnende Medaille um den Hals. Nach erfrischenden Getränken und saftigem Obst kühlt der Körper sich wieder ab und wir erwarten gespannt unsere Freundin, die wir später nach ihrem Halbmarathon jubelnd im Ziel empfangen.

Später blicke ich noch einmal auf meine Streckenkarte und entdecke, dass V1 wirklich komplett heraus genommen wurde. Das ist mir dummer weise vor dem Lauf gar nicht aufgefallen, da ich ja die Strecke bereits gekannt hatte und sie nicht mehr im Detail gelesen habe.

Fazit

Die Kurzdistanz ist für Trail Einsteiger und Straßenläufer gedacht, oder auch Trailläufer, die momentan nicht fit genug für den Halbmarathon sind. Trailanfänger sollen motiviert werden und den Spaß am Trailrunning entdecken. Leider muss ich sagen, dass mit dieser Streckenwahl eher das Gegenteil erreicht wurde. Ich wäre von den krassen Steigungen der langen Skipisten und dem weiten, steilen Abstieg am Ende der Strecke abgeschreckt. Der Trail war wenig abwechslungsreich und wirklich schönen Untergrund zum Laufen hatte man erst im steilen Abstieg. Meiner Meinung nach zu lange und steile Auf- wie Abstiegspassagen und wenig Trailerlebnis. Ich hoffe, die Strecken können sich mit der Erlaubnis der Landbesitzer für kommendes Jahr noch deutlich verbessern.

Des Weiteren gab es auch auf der Strecke des Halbmarathons einige Probleme. Eine meiner Freundinnen hat sich dafür entschieden und selbst keine Wasserflasche mitgenommen. So bekam sie an diesem heißen Tag erst nach ganzen 12 km an der ersten Versorgungsstation etwas zu trinken. Die Halbmarathonläufer kamen durch den späten Start um 10 Uhr zudem extrem in die Mittagshitze. Besser wäre es, die Läufe an solchen Sommertagen bereits um 8 Uhr starten zu lassen.

Loben muss ich die gute Markierung der Strecke: aufgesprühte Richtungspfeile und im Weg mittig waren feste Steine besprüht. Im Wald und an jeder Abzweigung hingen lange gelbe Plastikabsperrbänder, die sich im Wind bewegten, so dass man sie immer schnell sehen konnte.

Trotz allem hoffe ich, dass die Organisation bis zum nächsten Jahr  die Kritik annimmt und versucht Verbesserungen umzusetzen, so dass die vielen Läufer noch mehr Spaß und weniger Strapazen während des Laufes haben können!

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