TAG 1

Ausgangsort ist Innsbruck oder Scharnitz. Von Innsbruck aus nehmen wir die Nordkettenbahn hinauf zum Hafelekar (2269m), da uns dieser Anstieg ansonsten 5h kosten würde und wir lieber oben zwei Gipfel mitnehmen wollen.  Von Scharnitz startend, kann man den ersten Gipfel, die Mandlspitze nicht machen. An der Bergstation Hafelekar angekommen, folgt man dem Gotheweg (Weg Nr. 219), südlich an der Hafelekarspitze vorbei, und hat permanent einen wunderschönen Tiefblick auf Innsbruck und den sich dadurch schlängelnden Inn. Oft begegnen einem Schafe und Ziegen, die gerne einmal stur auf dem Weg stehen bleiben. Man läuft wenige Meter über Serpentinen aufwärts und schräg Richtung Norden abwärts ins Mühlkar.

Hier besteigen wir zusätzlich die Mandlspitze mit 2366m und kehren dann wieder zurück auf den Goetheweg bis zur Mandlscharte (Mannlkar). Nun geht es abwärts Richtung Westen bis kurz vor die Arzlerscharte (2158m). An der Wegverzweigung kann man dem Weg links abwärts (Nr.219) durch die Pfeis, vorbei an einer Gedenkstätte, direkt zur Pfeishütte (1922m) wandern. Wir möchten aber noch die Kleine Stempeljochspitze mit 2529m besteigen und wandern so nördlich der Rumer Spitze weiter bis zum Stempeljoch (2215m). Hier müssen wir Ende Juli noch mehrere Altschneefelder überqueren. Es ist ratsam festes Schuhwerk zu tragen und Wanderstöcke zur Sicherheit zu benutzen. Denn die Altschneefelder sind so hart gefroren, dass die Fußstapfen nicht wirklich tief sind und kaum Halt bieten.

Vom Stempeljoch geht es auf einem eher schlecht markierten Bergpfad in Richtung Norden auf dem breiten Rücken aufwärts. Der letzte Teil geht durch Fels und war bei unserer Tour aufgrund von Altschneefeldern nicht gut begehbar. Wir mussten uns selbst unseren Weg über den Fels hinauf suchen, da der eigentliche Weg durch den Schnee versperrt war. Hier musste man öfter auch in leichter Kletterei nach oben steigen, bis man dann am Ende das Gipfelkreuz erreicht. Von der Kleinen Stempeljochspitze (2529m) hat man einen wunderschönen Blick hinab ins Karwendel und in das Halltal. Wir steigen wieder ab und laufen auf dem Weg Nr.221 immer rechtshaltend an der Südwestflanke von der Stempeljochspitze bis zur Pfeishütte.

Die Hütte wird von jungen Leuten geführt und alle Details sind wirklich sehr liebevoll gemacht, sie kochen sehr gut und man kann draußen wie drinnen in der Stube abends nette Spiele spielen. Abends gibt es immer noch die letzte Runde frischen Kaiserschmarrn mit selbstgemachtem Zwetschgenröster. Und ohne zu lügen, war das wirklich der allerbeste Kaiserschmarrn, den wir in Österreich je gegessen haben! Danach fallen wir dann alle müde in die blaukarierten Betten.

TAG 2

Heute ist unser nächstes Ziel die Bettelwurfhütte im Halltal, von der wir dann ins Tal bis nach Absam absteigen wollen. Nach einem stärkenden Frühstück steigen wir wieder hinauf zum Stempeljoch (2215m) und von dort dann extrem steil den Wilde Bande Steig  hinab. Leider ist der Weg hier im Winter komplett zerstört worden, alle Drahtseile sind herausgerissen und die Bretter zur Wegbefestigung abgerutscht. Ein riesiges Altschneefeld versperrt den Weg und die Wanderer müssen sich daneben einen eigenen Weg hinab suchen. Hier müssen wir sehr langsam, zum Teil in der Hocke absteigen. Wanderstöcke sind hier sehr ratsam! Es handelt sich hier um einen schwarzen Bergweg, den man wirklich nicht unterschätzen darf.  In der steilen Kiesrinne unten angekommen, folgen wir dem Weg über das Lafatscherjoch zur Bettelwurfhütte.

Der Weg schlängelt sich am Hang entlang, ist immer wieder mit Drahtseilen gesichert und hat einige kleine Kletterstellen und große Altschneefelder. Nach ca.7km erreicht man die Bettelwurfhütte (2077m) und kann sich hier nochmal für den anstrengenden Abstieg stärken. Denn hinab geht es wieder über einen felsigen Weg, durch drahtseilgesicherte Passagen am Fels und über eine Brücke hinab. Der Weg erfordert weiter volle Konzentration und Kraft. Unterhalb der Felsen geht es dann über ein riesiges Schotterfeld bis zum Wald hinunter. Im Wald angekommen kann man sich an einem Bach erfrischen und folgt dann der Straße bis zum untersten Parkplatz am Waldesrand in Absam (632 m).

Der Straße weiter folgend, nehmen wir den Bus (Haltestelle: Absam-Eichat Linie E) nach Innsbruck zurück. Von Innsbruck aus könnte man dann auch mit dem Zug bis nach Scharnitz zurückfahren, wenn man die Tour von dort aus gestartet hat.

Gehzeiten (aufgrund der Schneefelder braucht man deutlich mehr Zeit!)

TAG 1

Hafelekar-Goetheweg-Mandlspitze-Goetheweg-Mandlscharte: ca.3h
Mandlscharte-Stempeljoch: 2h
Stempeljoch-Kleine Stempeljochspitze: 1h
Kleine Stempeljochspitze-Pfeishütte: 1,5h

TAG 2

Pfeishütte-Stempeljoch-Wilde Bande Steig-Lafatscherjoch-Bettelwurfhütte: 4,5-5h, 500m rauf, 300m runter, 8,9km
Bettelwurfhütte-Tal Absam: ca. 3h, ca. 1400m runter

Literatur:

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Marisa
Marisa hat in Innsbruck studiert - eine Traumstadt mitten in den Bergen! Jetzt lebt sie in Basel und erkundet die Schweizer Alpen. Sie liebt das Gefühl, wenn sie nach einer langen Tour mit einem zufriedenen Grinsen wieder nach Hause kommt und schon den nächsten Trip kaum erwarten kann. Die Mischung von Bewegung und Natur im alpinen Gelände macht ihr einfach Spass und hier will sie das mit euch teilen.

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