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    Wanderung im Val di Breguzzo

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    Wanderung im Val di Breguzzo

    Das Val di Breguzzo ist ein herrlich wildes Tal im südlichen Teil der Adamello-Gruppe am Fuße des Cima D’Arnó.

    Am Samstag des SportScheck Outdoor Testivals in Molveno führe uns Thomas, ein junger und engagierter Bergführer, durch dieses stille und vergleichsweise einsame Tal.

    Vom Parkplatz Ponte Pianone (1231m) starten wir auf alten Pfaden, die als Nachschub- und Versorgungswege während des ersten Weltkriegs entstanden sind. Zu einer Fahrstrasse ausgebaut geht es einfach nach oben, vorbei an reicher Vegetation und Wasserfällen. Thomas kennt das Tal und seine Natur sehr gut, immer wieder stoppen wir, er erklärt die Pflanzen am Wegesrand, deren Bedeutung für die Gegend und den medizinischen Nutzen. Kurzweilig steigen wir höher, bis wir das Rifugio Trivena (1650m) erreichen und weiter durch ein Würfelspiel von großen Boulderblöcken gehen. Eine Teilnehmerin bleibt lieber am Rifugio zurück, die Knie. Am Bächlein erfrischen wir uns mit Wasser und, weiter oben, mit vielen Heidelbeeren, die am Wegesrand wachsen. Der Weiterweg nach oben wird nun zu einem Bergwanderweg, schmal, aber nicht schwierig. Die Soldaten haben damals ganze Arbeit geleistet und mit großen Granitblöcken schwierige und steile Stellen entschärft.

    Amphitheater Pian de Redont

    Wenig später kommen wir am Amphitheater, der weitläufigen Hochebene Pian de Redont (1970m) an, umrahmt von hohen Felswänden, durch die sich Wasserfälle ziehen. Ausgiebig rasten und genießen wir, plaudern und erfreuen uns der Sonne. Thomas erkannte den Kletterer in mir, und wir fachsimpelten über den Unterschied zwischen dem Granit hier und dem Dolomit drüben, einige Täler weiter. Er zeigte mir einige spannende Linienführungen hier oben, plauderte über seine kurz bevorstehende Patagonien-Expedition, seine Berufung als Bergführer und vieles mehr.

    Auf beinahe gleicher Höhe zieht sich der Weg an der anderen Talseite entlang, unmerklich Höhenmeter verlierend, dafür sonnenbeschienen und mit vielen leckeren Beeren bestückt. Luftigleichtes Schlendern in traumhafter Bergwelt – welche Wohltat nach der sportlichen Besteigung des Croz dell’ Altissimo gestern!

    Leben wie Gott in Italien: das Rifugio Trivena

    Auf der Terasse des Refugio Trivena angekommen, mit dem obligatorischen Espresso Macciato, probierte ich eine Trentiner Spezialität “carne salada” – italienischer Fleischsalat in etwa. Warmes Rindfleisch, leicht gewürzt und in dünne Scheiben geschnitten, etwas Zitrone und Olivenöl darüber, dazu weiße Bohnen. Die Sonne scheint, das Essen ist lecker, Katzen stolzieren über die Terasse. Allen geht es gut.

    Abenteuerlicher Märchenwald

    Wir werden von einem wahren Märchenwald verschluckt, feucht, duftend, voller Pilze und bemooster Steine. Leider wurde der Weg wohl von einem Lawinenabgang weggerissen, daher mussten wir nach etwa 45 Minuten umkehren. Der Weg war nicht ganz einfach, rutschig, steinig und voller Wurzeln. Den beiden Damen wurde es mit dem Moment des Umkehrens unwohl, wir spürten förmlich leichte Verzweiflung aufsteigen. Mit vereinten Kräften, viel Ansporn und Händchen halten, schafften wir es gemeinsam aus dem Wald heraus. Thomas war toll, trotz seiner eigenen Enttäuschung über sich selbst, die Gruppe so in eine Sackgasse geführt zu haben, behielt er die Nerven und die schwächsten der Gruppe im Auge beziehungsweise an der Hand.

    Wieder am Refugio besprachen wir uns kurz, Thomas organisierte den Geländewagen der Hüttenleute und verfrachtete die Damen hinein. Der Abstieg würde doch sehr in die Knie gehen, über eine Stunde auf einem abschüssigen Fahrweg ist nicht wirklich spaßig. Wie es der Zufall will, brachten die Hüttenleute zwei Autos an den Start und unsere komplette Gruppe schaukelte talwärts. Laute Rockmusik, herzliches Lachen, kurze Versuche, den Anschnallgurt zu finden. Genau mein Geschmack, grinste ich in mich hinein, auf meinem Rucksack, eingeklemmt zwischen den beiden Klappsitzen im Kofferraum eines Landrovers.

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