Die Tour beginnt in Elbigenalp, im Lechtal, Österreich. Diesen kleinen Ort erreicht man problemlos mit dem Bus! Die Tour ist keine Rundtour, sondern endet in Oberstdorf, so dass es ungeschickt wäre, sein Auto hier abzustellen.

Von Elbigenalp (1065m) laufen wir über Kasermandl (Weg Nr.436) 3,5 Stunden bis zur Hermann-von-Barth-Hütte (2131m). Diese Hütte liegt an der Südseite der Hornbachkette und ist die höchstgelegene Schutzhütte in den Allgäuer Alpen. Sie gehört dem DAV, Sektion Düsseldorf. Von dort kann man nicht nur tolle Wanderungen starten, es ist auch ein Paradies für Kletterer. Es gibt Kletterrouten an der March- und Hermannskarspitze, am Hermannskarturm und an der Wolfebnerspitze, die neben den Tannheimer Bergen das ergiebigste Klettergebiet der Allgäuer Alpen darstellt. Es gibt die Möglichkeit die schweren Rucksäcke mit der Materialseilbahn hochtransportieren zu lassen. Uns hat die Hütte sehr gut gefallen, sie ist sehr urig, die Spätzle werden noch von Hand geschabt und abends spielt der Hüttenwirt auf seinem Akkordeon und singt mit Leib und Seele ein paar traditionelle Lieder. Gemütlicher kann man einen Hüttenabend kaum verbringen!

Am nächsten Morgen starten wir um 8 Uhr zur Kemptner Hütte. Wir gehen über das Hermannskar, zur Krottenkopfscharte, besteigen den Großen Krottenkopf und erreichen unser nächstes Ziel, die Kemptner Hütte, nach 6,5h (reine Gehzeit):

Von der Hermann-von-Barth-Hütte aus folgen wir dem Düsseldorfer Weg und dann dem Weg Nr.432. Unterhalb des Großen Krottenkopfs (auch Öfnerspitze genannt), kommt man am Hermannskarsee vorbei, der einläd, sich vor dem Anstieg zur Krottenkopfscharte noch einmal zu erfrischen. Kommt man in der Scharte oben an, hat man die Möglichkeit den Gipfel zu besteigen, oder gleich zur Kemptner Hütte weiterzugehen. Man kann den Rucksack dort liegen lassen und nur die Wertsachen und eventuell einen Stock mit zum Gipfel nehmen.

Die Gipfelbesteigung (Aufstieg 300hm, 1h) beginnt in einem steilen Schotterhang und geht in felsiges Gestein über, was aber in trockenem Zustand sehr griffig ist. Der Aufstieg erfolgt dann in leichter Kletterei (nicht über I) und erfordert absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kraft, so dass man auch den Abstieg wieder problemlos meistern kann. Auf dem gesamten Steig gibt es keine Drahtseile zur Sicherung. Durch die vorgelagerte Stellung und die Tatsache, dass man auf dem höchsten Gipfel der Allgäuer Alpen steht, hat man einen wunderbaren Rundumblick.

Nach einer Pause steigen wir wieder hinab und laufen weiter zur Kemptner Hütte. Diese ist nun im Gegensatz zur ruhigen Hermann-von-Barth-Hütte sehr überfüllt und laut. Ich würde es auch nicht mehr als Hütte bezeichnen, es handelt sich um ein großes Haus das durch einen neuen Anbau erweitert wurde, um der großen Besuchermenge gerecht zu werden. Trotz allem liegt die Kemptner Hütte sehr schön und man kann sich rundherum in die Wiesen legen, um den Wandermassen und dem Trubel zu entgehen. Wenn man von Oberstdorf keine weite Heimreise mehr hat, kann man auf der Kemptner Hütte auch nur einkehren und direkt im Anschluss ins Tal absteigen.

Am nächsten Morgen, dem dritten und letzten Tag könnte man morgens den Muttlerkopf (2366m) in ca. 1,5h (Auf-und Abstieg) besteigen und danach ins Tal absteigen. Da wir leider schlechtes Wetter hatten, stiegen wir gleich nach Spielmannsau (1071m) hinunter und fuhren von dort mit dem Bus zum Oberstdorfer Bahnhof.

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Marisa
Marisa hat in Innsbruck studiert - eine Traumstadt mitten in den Bergen! Jetzt lebt sie in Basel und erkundet die Schweizer Alpen. Sie liebt das Gefühl, wenn sie nach einer langen Tour mit einem zufriedenen Grinsen wieder nach Hause kommt und schon den nächsten Trip kaum erwarten kann. Die Mischung von Bewegung und Natur im alpinen Gelände macht ihr einfach Spass und hier will sie das mit euch teilen.

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