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    Skitour über Flims

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    Skitour über Flims

    Die Wettervorhersage durchwachsen, starten wir am 9.2.14 in Flims zur Skitour Richtung Glarner Alpenkamm.

    Als Idealziel natürlich Piz Segnas/Piz Sardona als Plan, wird daraus höchstwahrscheinlich nichts wegen der heiklen Triebschneelage im Surenjoch. Aber erstmal ganz gemütlich loslaufen, sind ja genug Höhenmeter bis dorthin… Um 07:00 Uhr geht’s los im Ort (1060m), wir nehmen die Piste nach Foppa. Der Nebel hängt noch tief, aber mit jeder Minute weicht er nach oben aus. Bis Foppa kann die Talabfahrt herunterwärts nicht befahren werden, so wenig Schnee liegt hier. Dank der 5 cm Neuschnee aus der Nacht sieht trotzdem alles aus wie im Wintermärchenland, vor allem der Wald.

    Es geht weiter zur Liftstation Startgels (1588m), hier kommen auch die ersten Skifahrer entgegen. Die Piste schaut wirklich super aus, dünne Neuschneeauflage auf präparierten Untergrund. Erst kurz unter der Segnashütte reisst der Nebel auf und präsentiert das wunderschöne Winterpanorama sowohl nordwärts auf die Tschingelhörner und Atlas als auch südwärts in die Graubündner Alpen. Auf der Segnashütte (2102m) wird gerade die Terrasse flott gemacht. Wir machen eine kleine Pause, schauen fünf Minuten die Slopestyle Olympiawettbewerbe an, und ich trockne mein Skifell eben, weil der Kleber nicht mehr so gut hält. Von hier folgen wir den Stangen der Variantenabfahrt von Cassons, an dem Kletter/Boulderfelsen vorbei Richtung P.2323. Läge hier mehr Triebschnee, muss man schon aufpassen, dass man nicht zu weit vom eher freigeblasenen Rücken läuft. Ab P.2323 verlässt man das Skigebiet dann vollends und läuft erstmal eine halbe Ewigkeit auf dem perfekt flachen oberen Segnasboden in das wunderschöne Hochtal zwischen Piz Segnas und Piz Dolf. Das Wetter ist mittlerweile blau und wolkig im Wechsel. Die Sonne ist immer willkommen wenn der Wind saukalt ist, die Wolken dann fünf Minuten später, wenns dann ziemlich warm geworden ist. 

    Der Schnee ist ein Traum, auf fester Unterlage so 10 bis 20 cm lockerer Schnee, der oben an den Gipfeln und Graten allerdings auch schon langsam anfängt, riesige Schneefahnen zu ziehen. Mal sehen wie weit der Wind uns treibt… Der Anstieg hinter dem Segnasboden ist dann sehr willkommen, schliesslich muss man ja auch alles wieder runter, und wenn möglich fahrend. Über seichte Buckel und weite Rinnen läuft man gegen den Rest des Segnasgletschers, man freut sich über das eisige Gesicht des Piz Segnas, aber die Verhältnisse lassen absolut keinen Aufstieg ins Surenjoch zu. Bei dem Westwind heute sammeln sich am Ausstieg des Joches wahre Triebschneemassen an, vor denen man sich hüten sollte. Ab 2600m schiebt einen dann der Wind hoch bis zum Sardonapass, jetzt ist es eigentlich nicht mehr weit zum Piz Dolf, die Alternative für heute.

    Die Uhr zeigt 15:00 Uhr, eigentlich schon recht spät. Der Wind gibt den Rhythmus vor: ein Schritt vor, ein Rutscher zurück. Nochmals kurz Pause machen, eine Schoki essen und auf geht’s. Aber nicht weit, ab 2850m lässt einen der Wind nicht mehr auf den eigenen Beinen stehen, und die Wolken werden auch nicht lichter. Wir finden es auf jeden Fall besser, jetzt umzudrehen. Ein Blick auf die Wetterstation Crap Masegn im Skigebiet (2480m) zeigt im Nachhinein zu dem Zeitpunkt blöderweise einen ziemlichen Peak in der Windgeschwindigkeit, um die 60 km/h, die Böen 80 km/h, so hat sichs auch angefühlt. Aber ewig auf Schönwetter warten ist ja auch nix, also abfellen ohne wegfliegen. Die Hände frieren ab, aber ohne Fotos geht heutzutage ja nichts mehr. Die Abfahrt ist wechselhaft, ein paar schöne kleine Pulverschneerinnen, natürlich auch windgepresster Schnee, und einige Schiebestellen. Der Segnasboden ist mehr zum Langlaufen geeignet.

    Wieder an P.2323 angekommen, geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen bei noch mehr Schoki, gutem heissen Tee, und allerlei mehr Gewicht. Die Landschaft präsentiert sich wunderschön mit ein paar letzten Wolken, der Rückblick auf Piz Dolf zeigt ein paar kleine Schneefahnen, der Wind ist endlich auf ein erträgliches Mass zurückgegangen. Naja, nochmal hochlaufen kann man ja auf ein andermal verschieben. Die Abfahrt zur Segnashütte ist schnell gemacht, mit kleiner Schiebestrecke zwischendrin. Von dort rasch auf die Piste und die ziemlich lange Talabfahrt mit den letzten Skifahrern nach Flims. Oben ist die Piste noch super, unten im flachen Teil wird es etwas eisig, aber das soll eher das Problem der Leute sein, die 70 CHF pro Tag für den Skipass ausgeben.

    Um 17:00 Uhr kommen wir an der Legna Bar an, wo es schon nach Gras riecht und die Musik gute Laune verbreitet. Insgesamt eine superschöne und lange Skitour, bei stürmischem Wind und heikler Schneelage ist der obere Teil nicht drin, dafür gibts es eine schöne Aussicht über den sich öffnenden Segnasboden Richtung Graubündner Alpen. Für die Wahnsinnsabfahrt natürlich weniger geeignet, wegen der längeren Schiebestrecken auf unterem und oberem Segnasboden und ein paar kleinen Gegenanstiegen.

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