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    Skitour auf den Zäunlkopf im Karwendelgebirge

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    Spontan entschieden wir uns aufgrund der Lawinensituation am Vortag für diese größtenteils lawinensichere Skitour auf den Zäunlkopf im Karwendelgebirge. Eine Tour, die uns überrascht, weil sich die Tourenbeschreibung eher unspektakulär angehört hatte…

    Wir starten an der ehemaligen Talstation des Mühlbergliftes und folgen der alten Skipiste in Richtung Süden. Sie ist zwar wieder aufgeforstet, man erkennt die ehemals breite freie Fläche aber immer noch gut. Uns kommt ein winterfester Traktor entgegen, der gerade die Rodelbahn fahrbereit planiert hat. Diese Rodelbahn queren wir auf unserem Anstieg mehrmals und folgen ihr am Ende der Skipiste in einer Linkskurve bis hinauf zur ehemaligen Bergstation (Holzhütte) auf 1250m. Hier findet man das Sommerwanderschild zum Zäunlkopf und folgt diesem nach links in eine kleine Senke hinunter. Der Wald wird hier dichter und man kann bis zum ersten Gipfel immer wieder die Wegmarkierungen an den Baumstämmen erkennen. Es geht immer wieder rauf, mal flach und wieder etwas runter.

    Man steigt auf einem breiten Rücken hinauf bis zum Mittagskopf (1636m). Wir wären fast über diesen eigentlichen „Gipfel“ hinweg gelaufen, da keinerlei Kreuz oder irgendeine andere Gipfelmarkierung zu sehen ist. Doch ein netter einheimischer, älterer Mann, der uns seit einer Viertelstunde folgt, erklärt uns wo wir gerade stehen und wie es weitergeht.

    Er meint, er würde mit uns kommen, wenn wir vorspuren, da er das nicht mehr schafft. Weil die Jungs noch genügend Energie haben, freuen wir uns, gemeinsam weiter zu gehen.

    Von hier blickt man bereits Richtung Zäunlkopf auf den ersten Anstieg, der noch davor liegt. Hier haben wir nun die Baumgrenze erreicht und erhoffen uns bald den freien Blick auf den Zäunlkopf. Doch davor müssen nochmals zwei Anstiege durch sehr sehr tiefen Schnee meistern. Glücklicherweise vergräbt der Schnee die Latschenkiefern unter uns, und wir rutschen nur einmal auf deren rutschigen Äste aus bzw. bleiben darin mit den Skiern hängen. In die Scharte kann man leicht mit den Fellen abfahren. Danach sieht man vor sich, mittig eine schmale Rinne, die sich bis zu einigen Bäumen hinaufzieht. Dieser folgen wir, um nicht auf seitliche Wechten treten zu müssen. Bei der Schneelange, dem wolkenlosen Himmel, der Windstille und der Steilheit in der Rinne, ein enorm schweißtreibendes Unterfangen! Jetzt geht es flach in Richtung Gipfelmarkierung. Hier ist der Schnee so tief, dass wir bei jedem Schritt hüfttief einbrechen. Weniger kraftaufwändig wäre es gewesen, die Skier für die Pause gleich anzubehalten und auch für Fotospaziergänge mit einem Radius von 3 Metern, sollte man die Stöcke nicht vergessen! Wir bauen uns eine komfortable „Skibank“ und genießen die sonnenreiche Weitsicht.

    Wir fahren wieder grob der Aufstiegsspur folgend ab. Hier muss man entscheiden, ob man für die zwei kleinen Abfahrten abfellt, oder es auch mit Fellen schafft. Denn die Mulden vom Gipfelanstieg muss man jetzt natürlich wieder hochlaufen. Und die sind so steil, dass man sie ohne Felle nicht packt.

    Der ältere Skitourengeher wählt die Steilhänge, die nach Norden bis nach Scharnitz abfallen. Er rät uns aber eher davon ab, weil sie doch sehr steil sind und er sie bereits gut kennt. Wir bereuen die Wahl nicht, denn bei dem Tiefschnee hat man hier durch den Wald mehr als Spaß! Nur die kleinen Zwischenanstiege auf der Abfahrt, auf halber Höhe, machen uns bei dem Tiefschnee und der prallen Sonne am Ende ziemlich zu schaffen.

    Fazit
    Größtenteils lawinensicher, da die Tour durch dichten Wald führt. Abfahrt somit nicht ganz einfach und eher für technisch erfahrene Skifahrer lohnend. Wenn man Glück hat, findet man auch eine Spur, da der Gipfel den ganzen Winter durch eigentlich ein sehr beliebtes Ziel ist.  Da die zwei Gipfelhänge sehr dicht mit Latschenkiefern bewachsen sind, ist es besser bei viel Schnee zu gehen, um „auf“ den Büschen gehen zu können. Durch den tiefen Neuschnee und das Vorspuren, benötigen wir schlussendlich, mit mehreren kleinen Zwischenstopps, 3 Stunden für den Aufstieg.
    Die Anstrengungen machen sich auf jeden Fall durch die abwechslungsreiche Landschaft und die beeindruckende Aussicht auf das bayrische Alpenvorland in Richtung Mittenwald, das Wettersteingebirge, auf die Hohe Mund und natürlich die Gipfel des Karwendelgebirges mehrfach bezahlt.

    Lawinenlagebericht beachten! lawine.tirol.gv.at

    Literatur:

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