Ein Hauch von Nichts mit 196 Gramm – und trotzdem eine ausgewachsene Regenjacke: die Raidlight Top Ultralight. Bei mir ist sie als Ultraleichtjacke für Bergtouren dabei, als Windbreaker und als Laufjacke bei kühleren Temperaturen. Da sie so leicht und klein verpackbar ist, liegt sie öfter einfach im Rucksack, falls das Wetter beim Spaziergang doch umschlägt.

Material und Verarbeitung

Beim Auspacken fällt auf: Ein Hauch von Nichts! Das Ding ist dermaßen klein und leicht, dass ich ihm auf den ersten Blick nicht wirklich etwas zutraue. Die nähere Untersuchung ergibt jedoch: es ist an alles gedacht!

Der Reißverschluss ist wasserabweisend ausgestattet, einige reflektierende Details sind verarbeitet, die Jacke wartet mit elastischen Daumenschlaufen, einem Sichtfenster für die Uhr und einer kleinen Reißverschluss-Tasche für Gels, den Schlüssel oder das Smartphone auf.

Die Schultern sind extra verstärkt, hier kann das Material laut Hersteller mit je 15.000er Wassersäule und MVTR aufwarten, der restliche, reichlich dünne Stoff trotzdem noch mit je 10.000. Raidlight nutzt in der Top Ultralight die hauseigene hydrophile MP+ PU-Membran. Eine hydrophile Membran hat im Gegensatz zu mikroporösen Membranen den Vorteil, dass sie nicht verschmutzen und verkleben kann – gerade bei schweißtreibenden Aktivitäten können sich Öle und Salze aus dem Schweiß so nicht in die Poren setzen und die Atmungsaktivität bleibt dauerhaft erhalten. Nachimprägnieren muss man aber trotzdem ab und zu.

Passform: französisch

Französisch-körpernah geschnitten ist die Jacke, passt mir also in der Größe M perfekt. Durch den leichten Stretch fühle ich mich nie eingeengt und habe volle Bewegungsfreiheit. Die Arme sind lang genug, um auch mal leichte Klettereien mitzumachen, die Daumenschlaufen halten die Arme im Zweifel fest – oder hält sie eben auch unter’m Handschuhsaum.

Eine Handvoll Jacke: Raidlight Top Ultralight.
Eine Handvoll Jacke: Raidlight Top Ultralight.

Härtetest mit Rucksack, Hagel und Regen

Zum ersten härteren Praxistest durfte die Raidlight 2017 mit in’s Val Grande. Wir marschierten irgendwo zwischen schwül-warmem Wald und nass-kalten Felsen durch gottverlassene Gebirgszüge, waren Sonne und eiskaltem Regen ausgesetzt, am Grat kam dann sogar noch Hagel und Gewitter dazu. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die Jacke stieß genau da dann, nach stundenlangem Regen, an ihre Grenzen – durch den wasserabweisenden Reißverschluss wurde es erst kühl, dann feucht. Der Reißverschluss machte immer an der selben Stelle einen “Buckel”, dadurch hat sich ein kleiner Pool gebildet, und durch die Bewegung ist wohl ständig eine kleine Menge Wasser durch den Reißverschluss gedrückt worden. Das Shirt drunter war in Brusthöhe etwa 5×5 cm nass – aber sei’s drum, wirklich gestört hat das nicht. Ansonsten hielt das Ding tatsächlich dicht.

Über Tage hinweg scheuerten 10 Kilo Rucksack an der Jacke herum, ich habe davon keine Spuren entdeckt. Selbst Felskontakt beim Steigen, Klettern und Festhalten blieb ohne Spuren. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, so filigran wirkt das Stöfflein.

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