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    Piz Sarsura – menschenleeres Engadin

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    Piz Sarsura – menschenleeres Engadin

    Verhangenes Wetter und knappe Schneelage beschert uns ein schönes und einsames Skitourenerlebnis ohne Aussicht.

    Es ist 23 Uhr, wir steigen in Susch (1422m) aus und stapfen in der grünenden Landschaft los. Die Loipenstangen und -wegweiser sind schon gesetzt, der Schnee lässt Mitte Dezember in diesen Höhenlagen allerdings noch auf sich warten. Wir folgen dem Wanderweg Richtung Zernez und überqueren bei Fuorcha (1447m) den Inn auf einer verfallenden Holzbrücke. Über die Straße, und schon gehts auf den Wirtschaftsweg Richtung Alp Sarsura Dadaint. Es geht flott vorwärts, die Skier und Skischuhe hängen am Rucksack und rufen den Schnee herbei. Ab ca. 1600m ist der Weg leicht gezuckert von Neuschnee. Nach ca. 2 Stunden erreichen wir so die Alp Sarsura Dadoura (1800m), wo wir uns neben den Weg auf die schon dickere Schneebedeckung ausbreiten und bei schönstem Sternenhimmel schnell einschlafen.

    Der Wecker klingelt um kurz vor 8, ein Hoch auf die dunkle Winterzeit! Trotzdem sind wir mehr verschlafen als wach und der Himmel ist auch nicht mehr so unbewölkt wie in der Nacht. Wir machen uns auf den Weg und erreichen, immer noch zu Fuß, die Alp Sarsura Dadaint (2021m). Wir stapfen noch den Hang rechts der Steilstufe empor und fellen auf ca. 2100m an. Jetzt gehts los! Immer mehr oder weniger dem Bach entlang geht es mal steiler und mal flacher in angenehmen Gelände gen Südwesten. Waren die Talseiten vorher steil und (mit mehr Schnee) lawinengefährdet, reduziert sich das Risiko jetzt immer mehr, da das obere Ende sich weitet und man ab P. 2663 die Qual der Wegwahl hat. Wir laufen praktisch direkt auf den See am Fuße des Sarsuragletschers zu, wo sich die Hochebene weit öffnet und man den leicht gewölbten Verlauf des Gletschers unter dem Schnee erahnen kann. Die Wolken wollen sich nicht so recht verziehen, immer wieder bläst uns der Wind um die Ohren, aber hin und wieder zeigt sich wenigstens auch die Sonne ein bisschen. Im weiten Rechtsbogen halten wir uns unter dem wilden Ostgrat des Berges, und nach ca. 4 Stunden nach dem Start erreichen wir die Gletscherfläche unterhalb von P. 3131. An diesem Felsvorsprung geht es kurz sehr steil den Hang hinauf, bis man 20 Meter höher auf dem Sattel steht, von dem man eigentlich eine herrliche Aussicht nach Nordwesten haben sollte. Wir sind jetzt leider vollkommen in den Wolken, also müssen wir uns die Sonnenwärme und das Panorama eben vorstellen. Der leicht überwächtete Grat fordert dann nochmal, hier sollte die angesagte Triebschneesituation nicht unterschätzt werden. Nach 10 Minuten stehen wir dann aber auf dem Gipfel des Piz Sarsura (3174m), der 4 Meter höhere Westgipfel ist im Winter leider nur mit Ausrüstung zu beklettern bzw. gar nicht gangbar.

    Da sich die Aussicht auf die zehn Meter Nebel ringsum beschränkt, machen wir uns schnell wieder an den Abstieg. Bei den Skiern windet es nicht so stark, hier setzen wir uns erstmal hin und futtern mit kalten Lippen unsere Brote. Dann aber nix wie ran an die Skier und los gehts! Die Verhältnisse auf dem Gletscher sind top, Pulver und ein bisschen Deckel hier und da. Wir folgen unserer Aufstiegsspur. Die Rinnen am Bachlauf sind eigentlich super zum Fahren, hier ist der Schnee allerdings windgepresst und ein paarmal legts uns hin, einfach weil die Skier steckenbleiben. Ruckzuck erreichen wir so wie die Alp Sarsura Dadaint, wo wir über ein paar letzte Schneereste Steine und Bäche umkurven und erst abschnallen, als die ersten Kratzer schon im Belag sind 🙂

    Das Wetter ist immer noch grau in grau, wir entspannen uns ein wenig an unserem Schlafplatz und machen uns dann, die schweren Rucksäcke geschultert, an den langen Rückweg. Erst die Forststrasse ins Tal, und dann noch die 3 km zurück nach Susch, bis wir pünktlich zur Dunkelheit um 17 Uhr wieder am Bahnhof ankommen.

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