Für eine sichere und erfolgreiche Tour spielt das Wetter eine wichtige, vielleicht sogar die wichtigste Rolle. Wir stellen Euch einige ganz einfache Merkmale vor, die Euch helfen können, das Wetter unterwegs auf Tour und die zu erwartende Wetterentwicklung richtig einzuschätzen. So könnt Ihr die nötigen Konsequenzen daraus ziehen, zum Beispiel die Tour kurzfristig umplanen oder den Rückzug antreten.

Das Hiking-Blog hat vor kurzem auch schon einiges zur Wettervorhersage anhand der Zeichen der Natur zusammengetragen, in diesem Artikel möchte ich das Thema fortführen und einige Euch typische Wolkenbilder oder Anzeichen für eine Wetterveränderung vorstellen. 

Ein Wetterumschwung kündigt sich (meistens) im Voraus an. Richtig gedeutet, können die Anzeichen auf Wetterverbesserung- oder Verschlechterung rechtzeitig erkannt werden und einiges zu Eurer Sicherheit am Berg beitragen.

Schlechtwetterboten

Einige Wolkenformationen und Kennzeichen einer Wetterverschlechterung sind zum Beispiel folgende:

  • Morgenrot: Wetterverschlechterung aus Westen
  • Abendrot bei Westwindwetter: schlechtes Wetter zieht nach Osten, klare Nacht
  • Halo um Sonne oder Mond zeigt feuchte Luft in der Höhe an, langsame Wetterverschlechterung​
  • Kondensstreifen von Flugzeugen bleiben lange am Himmel: feuchte Höhenluft, langsame Wetterverschlechterung
  • schlechter werdende Fernsicht bedeutet feuchte Luft, Wetterverschlechterung
  • Anzeige des Höhenmesser steigt, der Druck fällt: Wetterverschlechterung
  • Anzeige des Höhenmesser fällt, der Druck steigt schnell: oft folgt ein Druckabfall und Wetterwechsel

Schönwetterboten

Zirrostratus: Warmfront ist im Anzug (©sean hattersley)

Typische Boten einer Verbesserung des Wetters sind:

  • Kondensstreifen von Flugzeugen lösen sich schnell auf: trockene Höhenluft, stabiles Wetter
  • besser werdende Fernsicht zeigt trockene Luft und damit Wetterstabilisierung an
  • Nebel  im Tal: stabiles Hochdruckwetter, sofern der Nebel nicht ansteigt
  • Anzeige Höhenmesser fällt, der Druck steigt langsam und stetig: Wetterverbesserung

Keine Regel ohne Ausnahme

Keine Regel ohne Ausnahme, gerade nicht beim Wetter! Informiert Euch am Abend vor der Tour bei den Wetterdiensten. Für Vorhersagen nutze ich u.a. das Meteogramm von Meteoblue und das Bergwetter des Alpenvereins.

Europäische Bergwetter-Websites

Um sich schon im Vorfeld einer Tour vorbereiten zu können, sind zuverlässige und professionelle Quellen für (Berg-)Wettervorhersagen wichtig.

  • Der DAV stellt seit vielen Jahren auf seiner Webseite eine spezielle Rubrik mit regionalem und tagesaktuellem, professionell erstelltem Bergwetter für die Alpenregion zur Verfügung.
  • Eine der Grundlagen für die Erstellung des Bergwetters beim DAV ist die ZAMG, die für Österreich nach Bundesländern geordnet das Bergwetter darstellt.
  • Für die Schweiz bietet MeteoSchweiz einen ausführlichen Wetterbericht an.
  • Meteofrance liefert Wetterinfos für die Regionen: Vogesen, Massif Central, Pyréneés, Jura, Alpes du Nord, Alpes du Sud und Korsika
  • In UK stellt das MWIS für die Bergregionen in Schottland, England und Wales Informationen zur Verfügung.
  • Die offizielle Seite des Norwegischen Meteorologisk Institutt
  • In Schweden kann man das SMHI befragen

Bergwetter am Telefon

Sich bei Expeditionen oder anspruchsvollen Unternehmen direkt vom Wetterexperten beraten zu lassen, kann wertvolle Informationen bringen und einiges an Zeit einsparen. Die wichtigsten Telefonnummern sind:

  • Wetterberatung des ZAMG Innsbruck: 0043- (0)512-29 16 00
  • DAV Wetterbericht: 0049-(0)89-29 50 70
  • Südtirol: 0039-(0)471-27 11 77
  • Frankreich 0033-(0)892-68 02 74
  • Schweiz 0041-(0)848-80 01 62

Weiterführende Literatur

Habt Ihr auch noch weitere typische Wolkenbilder? Oder Tipps für gute Wetterdienste?

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