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    Marokko: Trekking durch das karge Land der Berber

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    Marokko: Trekking durch das karge Land der Berber

    Einsame Wanderung auf den Spuren der Berber-Nomaden

    Die Durchquerung des Djebel Sarhro zwischen N’Kob und Tagdilt ist zu Recht eine der meistbegangenen Touren in Marokko. Verschiedenste und sehr gegensätzliche Landschaften werden durchwandert, man trifft immer wieder auf Nomaden und Berberdörfer der Ait Atta.

    Der Kontrast der kargen Steinwüsten und grünen Oasen könnte kaum größer sein.

    Erster Tag: N’Kob – Handour

    Von Agdz nach N’Kob fuhren wir per Grand Taxi. Dort angekommen wird erstmal ordentlich gechillt (“relax max!” würde man in Marokko sagen), Brot, Dosenfisch und Sprit für den Benzinkocher eingekauft.

    Nachmittags, nach viel Palaver “woher, wohin?” gehen wir dann endlich los in Richtung Handour. Es gilt nun, erst die sehr breite, trockene und topfebene Dades-Ebene zu durchqueren, um dahinter dann sanft ansteigend in den Djebel Sarhro aufzusteigen. Soweit der Plan. Kurz hinter N’Kob legen wir dann aber schon die erste Pause ein, im Schatten eines Stromhäuschens. Es ist heißer als gedacht, der Weg ist weit, der Magen leer. Wir entschließen uns, es in der uns empfohlenen Herberge zu versuchen. Dort angekommen, entscheiden wir aber nach einigen abrupt kurzen Verhandlungsversuchen, doch weiter zu gehen und irgendwo zu campen. 200 Dirham von unseren verbliebenen 400Dh nur für eine Übernachtung ist nun wirklich nicht drin! 

    Wir latschen weiter und werden plötzlich angehupt. Ein Minibus! Nach ein wenig Verhandlung – wieder mal – besteigen wir das elendig klapprige Gefährt und lassen uns den Rest der Strecke zu unserem Etappenziel Handour bringen. Eine gute Idee, denn die Strecke zieht sich doch noch ordentlich. Einige Flußbiegungen hinter dem Dort Handour schlagen wir unser erstes Lager auf.

    Auf einem flachen und leicht erhöhtem Felsband auf der linken Seite des Oued (Flusstal) richten wir uns ein, lassen das Zelt im Rucksack und genießen eine Nacht unter Sternen. Und was für ein Sternenhimmel das war!

    Zweiter Tag: Handour – Irhazzoun’N’Imlas

    Nach einer doch empfindlich kühlen Nacht packen wir flott zusammen und marschieren das Tal entlang. Solche Oasen-Täler sind meist auch die Verbindungswege zwischen den Dörfern, wir kommen also gut voran. Der Pfad ist zwar nicht immer als solcher sichtbar, aber dennoch ist klar: immer weiter im Tal. Einige Siedlungen später wird es heißer, vor allem als wir das Tal verlassen und die sanften Hänge queren, sticht die Sonne und verbrennt unsere noch weiße Haut mit ungewohnter Stärke. Immer wieder kommen wir an Dörfern vorbei, grüßen freundlich und werden freundlich begrüßt. Den Hanout (kleiner Laden), der laut unserem Führer hier irgendwo sein sollte, verpassen wir. Egal, unsere Vorräte reichen noch bis zum nächsten Tag. 

    Ein breites Tal fächert sich auf, wir sind inzwischen auf einer breiten Ebene. Staub, Sand, Steinchen, Steine, Felsen, ringsum eingefasst von hohen Felswänden. Die Umgebung wird karger. Wir müssen nach rechts, die Anhöhe hoch zum Sattel. Von dort oben soll schon der Bab’n’Ali zu sehen sein. Der Bab’n’Ali (das Tor des Ali) ist das Wahrzeichen des Jebel Sarhro, unser Weg führt direkt daran vorbei, um dann wieder weiter nach Norden abzuknicken.

    Seit gestern sind wir die meiste Zeit in grünen, schattigen Tälern gewandert, die, mit ausgeklügelten Bewässerungssystemen ausgestattet, in Mitten der wüstenhaften Landschaft Landwirtschaft erlauben. Nun gehen wir durch eine Landschaft, in der nur noch niedrige, zähe Büsche gedeihen. Um die Mittagszeit sind wir am Pass angelangt, nutzen einen offensichtlich gerne genutzten Pausenplatz unter einem riesigen Felsblock, um im Schatten zu rasten und zu essen. Brot und Dosenfisch – die Standard-Reisenahrung in Marokko: hohe Energiedichte bei relativ geringem Gewicht. Zum Nachtisch einige Datteln. Im Dunst am Horizont meinen wir, tatsächlich schon die Felsformation des Bab’n’Ali zu erkennen.

    Im nächsten Dorf fragen wir nach dem Hanout, das Mädchen begleitet uns mit einem Lächeln zu einem Haus ganz am rechten, unteren Ende des Dorfes. Im Handumdrehen sitzen wir in einem kühlen Raum auf Teppichen, mit Kissen gepolstert, ein niedriges Tischlein vor uns, darauf der obligatorische Tee und Snacks. Brot, Olivenöl, Frischkäse, Marmelade. Wir plaudern mit der Chefin des Hauses, einer hübschen und noch recht jungen Berberfrau, spielen ein wenig mit den beiden Kindern. Zum Glück haben wir einige Stifte (stylo) eingesteckt und zum ersten Mal kommen diese als Aufmerksamkeit zu ihren Ehren und werden sofort ausgiebig und singend ausprobiert.

    Irgendwann wird es Zeit aufzubrechen, wir verabschieden uns und lassen noch etwas Geld für Tee und Essen da (etwas heimlich, weil eigentlich wollte sie uns einladen) und gehen weiter, wieder zurück ins Dorf, dann rechts bis zu dem „letzten Haus mit Palme“. Dort soll es wieder in ein enges Tal gehen. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer Party vorbei: vor einem Haus ein großes Nomadenzelt, lachen, singen, klatschen. Wir werden jedoch abgefangen und höflich weiterkomplimentiert. 

    Es wird sehr schnell dunkel um diese Jahreszeit, man ist gut beraten, schon um fünf Uhr einen Lagerplatz zu suchen, denn um sechs Uhr ist es schon dämmrig. Unter Palmen, an einem in Beton gefassten Bewässerungsgraben, bauen wir unser Zelt auf und kochen. Wir campen direkt auf dem Verbindungsweg zwischen zwei Dörfern, was im Laufe des Abends noch für Gesprächsstoff zwischen uns und den Passanten sorgt.