Der Steingrubenkogel ist der vierthöchste Gipfel der Kalkkögel in den Stubaier Alpen. Er sticht als markanter Kegel aus der Bergkette heraus und ist über die Alpenklubscharte.

Wir wählen den Zustieg über die Schlick, ein Skigebiet, das sich oberhalb von Fulpmes im Stubaital befindet. Von Innsbruck kommende fährt ein Bus oder die Stubaitalbahn bis Fulpmes, ansonsten gibt es an der Talstation der Bergbahn für Autos einen großen Parkplatz. Von der Innsbruck erreicht man das Stubaital über die Brennerautobahn (Europabrücke), Ausfahrt Schönberg, weiter nach Fulpmes. Die Talstation der Schlick 2000 ist ab Fulpmes ausgeschildert.

Wir benutzen die Bergbahn bis zur Bergstation (Fulpmes- Kreuzjoch 11,40€) und laufen dann ca. 500 Hm bis zur Schlicker Alm (1640m) hinunter. Hier beginnt nun der Anstieg von 800 Hm bis zur Alpklubscharte (2451m) hinauf. Wir benötigen 2h, da uns die Hitze bereits am frühen Morgen zu schaffen macht. Hier hat man nun auch den Blick auf die andere Seite, hinunter zur Kemater Alm., über die man auch aufsteigen kann. Der Aufstieg hat es schon in sich und ist andauernd steil. Man sollte also früh starten, da man den Klettersteig nicht nur hoch, sondern auch wieder hinunter klettern muss. Wenn man nach dem Abstieg die Bergbahn ab der Mittelstation ins Tal benutzen möchte, muss man sich ranhalten.

Von der Scharte aus kann man Kletterer beobachten, die links die steilen Felswände hinaufklettern. Sie wirken fast wie Ameisen an dieser imposanten langen Felswand. Hier kann man nochmal etwas trinken und die Klettersteigausrüstung samt Helm anziehen. Unser Einstieg zum Klettersteig liegt rechts und wir folgen der Beschilderung. Der Weg verläuft über ein steiles Schotterfeld und ist sehr ausgesetzt. Wir begegnen gleich zu Beginn einem großen Altschneefeld. Zwischen dem Schneefeld und dem Felsen ist jedoch ein ca. 80cm breiter Gang frei geschmolzen, durch den wir uns bis zum Ende hindurchschlängeln können. Wer auf solch rutschigem Kiesweg nur ungern geht, dem empfehle ich hier Stöcke zur Hilfe und zum besseren Halt zu benutzen. Diese sind dann auch für den Abstieg, was den gleichen Weg darstellt, sehr hilfreich. Der Einstieg des Klettersteiges beginnt mit der angenehmen Schwierigkeit A- B, danach B- C und bis zum Gipfel A- C. Hier gilt Vorsicht, da in dieser Scharte oft Altschnee liegt!

Genauer Verlauf (siehe auch Topo):

Über eine Stufe mit Schwierigkeit A/B und A und eine kurze Gehpassage, kommt man zum Anfang der Felsbänder. Hier geht man meist einfach horizontal entlang, daher nur Schwierigkeit A. An der Westseite erreicht man die kleine Nadelscharte. Diese klettert man in B/C hinunter und mit A/B an der gegenüberliegenden Wand wieder hinauf. Weiter klettert man auf Bändern (A) bis zur Schlüsselstelle (C) , die in einem schmalen Felsspalt liegt. Hier warten wir jeweils bis der Vordermann hindurch gestiegen ist, da man kleine Steine lostritt, die lose auf dem Fels liegen. An diesem Tag sind wir mit einem Pärchen jedoch die einzigen die diesen Klettersteig machen, so dass wir hier nicht lange warten müssen. Danach umrundet man einen weiteren Turm und erreicht dann über eine kurze Stufe (A/B und A) und eine weitere steile Gehpassage den Gipfel. Hier sind wir doppelt stolz, da man den Gipfel einfach nur über diesen Klettersteig erreichen kann und wir den Gipfel des Steingrubenkogels für uns alleine genießen können. Obwohl wir einen sehr heißen Tag erwischt haben, war nur der Aufstieg in praller Sonne zu gehen. Denn da sich der Klettersteig immer wieder um die Türme herum schlängelt, klettert man größtenteils im angenehmen Schatten.

Es gibt zwar nur eine Stelle in rein C, ansonsten sind die dazwischen liegenden, sehr ausgesetzten Gehpassagen ohne Drahtseilsicherung nicht ungefährlich. Bei Altschneefeldern sollte man hier besonders vorsichtig sein! Ich selbst war noch nie in den Dolomiten klettern, aber so stellt man sie sich einfach vor!

Für den gesamten Klettersteig mit nur 130 Hm bis zum Gipfel, benötigt man ca. 45 Min und diese sollte man auch wieder für den Abstieg des Klettersteiges einplanen. Der Abstieg bis zur Schlicker Alm dauert dann nochmal ca. 1,5h. Von hier kann man bis zur Mittelstation wandern und dann die letzte Bahn hinunter nehmen oder sich gemütlich mit dem Hüttentaxi den mühsamen Abstieg ersparen.

Empfohlene Zeit

Juni- Oktober, je nachdem wieviel Altschneefelder es noch gibt

Kinderfreundlich

Nein, da Zustieg schon sehr ausgesetzt und Klettersteig hin und retour gegangen werden muss.

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Marisa Huber
Marisa hat in Innsbruck studiert - eine Traumstadt mitten in den Bergen! Jetzt lebt sie in Basel und erkundet die Schweizer Alpen. Sie liebt das Gefühl, wenn sie nach einer langen Tour mit einem zufriedenen Grinsen wieder nach Hause kommt und schon den nächsten Trip kaum erwarten kann. Die Mischung von Bewegung und Natur im alpinen Gelände macht ihr einfach Spass und hier will sie das mit euch teilen.

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