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    Gossamer Gear Mariposa 60

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    Gossamer Gear Mariposa 60

    Der Gossamer Gear Mariposa ist ein Klassiker unter den leichtgewichtigen und dennoch großen Rucksäcken. Auf den langen Trails in den USA ist er oft und gerne unterwegs und schon ziemlicher Mainstream, hierzulande jedoch sieht man vorwiegend richtige Schwergewichte von den bekannten Marken. Die leichten und ultraleichten Packs kleiner Cottages und Rucksackschmieden sieht man noch selten in den Alpen. Wie die letzten Testberichte schon zeigen, bin ich gerade dabei, meine Ausrüstung zu optimieren und zu erleichtern. Es wandert sich einfach leichter leicht – und einfacher!

    Meinen alten, großen Berghaus-Rucksack, der auch “nur” 2 Kilogramm Leergewicht hat, schicke ich in den wohlverdienten Ruhestand. Angeschafft hatte ich mir den Berghaus vor allem wegen seines flexibel gelagerten Hüftgurts. Starre Hüftgurte, in Kombination mit hohem Rucksackgewicht und unebenen Trails, brachten mir immer langanhaltende Hüftschmerzen ein. Dieses Problem erledigte sich tatsächlich durch die gelenkig gelagerte, drehbare Konstruktion am Berghaus!

    Durch die mittlerweile erreichte Gewichtsersparnis meiner gesamten Ausrüstung von etwa 5 Kilogramm, habe ich mit der Hüfte überhaupt keine Probleme mehr. Niedrigeres Gesamtgewicht ist auch hier, aus gesundheitlicher Sicht, ein Vorteil. Also wagte ich den Umstieg auf einen neuen, ebenfalls leichteren Rucksack: den Mariposa. Zwei längere Touren von zusammen etwa 100 Kilometern und einige kleinere Touren hat der Rucksack nun auf dem Buckel und kann gut einschätzen, was mir gefällt und was mir nicht gefällt.

    Aufbau: Taschen und Tragesystem

    Der Rucksack ist als Toploader mit einer um die 36 Liter großen Kammer konstruiert. Statt eines üblichen Deckelfachs hat er eine überlappende Konstruktion (OTT, Over-the-Top Deckel) mit Steckverschlüssen. Im Deckel ist zwar eine flache Reißverschluss-Tasche eingearbeitet, die aber außer für flache Kleinigkeiten wie Landkarten oder den Schlüssel nicht wirklich benutzbar ist.

    Direkt auffallend und super praktisch sind die Außentaschen: an der Front ist eine riesige Meshtasche angebracht. Hier findet alles mögliche Platz: Regenklamotten, das komplette Essen für den Tag, Wasserfilter und Flaschen, Erste Hilfe Set… und noch mehr. Das Mesh der Tasche ist elastisch und robust.

    An der linken Seite ist eine lange Außentasche über beinahe die gesamte Länge des Rucksacks angebracht. Hier findet das Zelt Platz. Praktisch ist, dass am Boden der Tasche eine Drainageöffnung angebracht ist, hier kann also das Wasser vom nassen Zelt ablaufen.

    Gegenüber auf der anderen Seite sind zwei kleinere Taschen übereinander angebracht. Unten passen locker zwei Flaschen Wasser rein, die auch während des Gehens gut und ohne größere Verrenkungen der Schulter erreichbar sind. Die obere Tasche ist in etwas gleich groß, hier findet weiterer Kleinkram – oder wie bei mir das Kochset – seinen Platz. Auch diese Taschen haben die Drainage, laufen also auch bei Regen nicht voll.

    Das Tragesystem des Mariposa ist modular aufgebaut, man kann hier bei Bedarf durch Weglassen noch mehr Gewicht sparen:

    • Der Hüftgurt, der zusätzlich in der passenden Größe gekauft werden kann/muss, mit zwei weiteren Taschen, wird am unteren Ende des Rucksacks durchgefädelt und per Velcro gehalten. Angebracht sind zwei stabile Schlaufen für den Stay (Metallstreben)
    • Eine U-förmige Metallstrebe (“Stay”) dient als Tragegestell, welches innenliegend in den optionalen Hüftgurt gesteckt wird und so eine Lastübertragung auf die Hüfte gewährleistet. Man kann den Stay natürlich auch zu Hause lassen und wie bei einem Frameless-Pack packen.
    • Das herausnehmbare Rückenpolster, das auch als Sitzkissen dient (hier loht ein Upgrade auf das Air Flow SitLight Pad, welches deutlich besser belüftet, s. Fazit)
    • Sehr breite und gut gepolsterte Unisex-Schultergurte mit Lastenkontrolle 
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    Packen und Benutzung

    Durch seine vielen Taschen lässt sich der Mariposa gut organisiert packen. Zu erst packe ich das Hauptfach, ganz unten der Schlafsack, Isomatte und die Klamotten. Das alles kommt in einen Packliner. Obwohl das Material selbst schon gut dicht ist, gehe ich so auf Nummer sicher. Darauf kommt dann die Verpflegung in einem extra Beutel.

    Außen, in der langen Tasche, findet mein Zelt oder Tarp mitsamt Kleinkram seinen Platz. In der oberen, kleine Tasche befindet sich die Küche, darunter ein bis zwei Flaschen Wasser. Trinksysteme nutze ich schon länger nicht mehr, da mir das zu viel Arbeit ist, die Dinger sauber zu halten. Unterwegs dann weiß man nie genau, wie viel Inhalt noch drin ist, und zum “nachtanken” muss man immer erst den Rucksack leeren, um an die Bladder zu kommen. Mir ist das zu viel Aufwand.

    In der Fronttasche verwahre ich alles, was ich den Tag über so brauche: Klopapier und Spaten, Wasserfilter, Regenklamotten oder Poncho, Snacks, Taschenlampe. Feuchte Klamotten trocknen durch das Mesh hindurch.

    Kamera und Smartphone, Taschenmesser, Sonnencreme, Mückenspray und sonstiger Kleinkram findet sich nn den beiden Taschen am Hüftgurt.

    Wie oben beschrieben ist das Fach am Deckel nicht so gut nutzbar, daher habe ich dort Flache Dinge wie Karte und Kompass, Geldbeutel, Schlüssel und so weiter untergebracht.

    Tragekomfort und Fazit

    Vollausgestattet wie hier beschrieben wiegt der komplette Rucksack nicht mal ein Kilo, abgespeckt keine 600 Gramm. Mit 12 Kilogramm beladen lässt er sich bequem tragen, nichts drückt, scheuert und schneidet ein. Ich habe erst den Rucksack in Größe L für 180 cm Körpergröße ausprobiert, der war mit dann etwas zu lang und drückte am unteren Rücken stark. Größe M passt nun aber hervorragend. Wenn man zwischen zwei Größen schwankt, sollte man die kürzere Rückenlänge nehmen. Der Hüftgurt in Größe S passt mir wunderbar.

    Nur ein Manko hat die Konstruktion: das EVA-Pad liegt zwar weich am Rücken an, ist aber natürlich auch eine Dampf und Schweiß-Falle. Man schwitzt schon deutlich mehr und großflächiger, als unter den sonst üblichen Mesh-Konstruktionen. Hier gibt es jedoch seit neuestem Abhilfe: das Air Flow SitLight, ein gut durchlüftetes Pad, passt genau in die Aussparung am Rücken. Ein wirklich nützliches Addon für den ansonsten ausgereiften Rucksack. Es kann gut sein, dass die neuen Modelle schon mit dem neuen Pad geliefert werden.

    Sogar Schlaufen für Trekkingstöcke und Eisäxte sind vorhanden, auch zwei Durchgänge für den Schlauch des Trinksystems und Befestigung dafür innen am Rucksack sind vorhanden. Einzig die Komprimierung des Rucksacks ist nur durch Schlaufen vorbereitet – die Schnur muss man allerdings selbst besorgen und einfädeln. Das ist aber gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, da die Kompressionsschnüre den Zugang zu den praktischen Seitentaschen und/oder der Fronttasche einschränken.

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