Kann man Wasserfälle erklettern? Klar, das nennt sich dann Eisklettern! Für dieses Jahr wollte ich da ein wenig vorankommen, daher habe ich mich für einen Kurs am kalten Vergnügen angemeldet. Der hat mich in den vier Tagen definitiv vorangebracht.

Los ging es am Mittwoch Nachmittag vom Basecamp Konstanz aus nach Praxmar im Sellrain Tal bei Innsbruck. Treffpunkt war der Alpengasthof in Praxmar, wo wir alle quasi gleichzeitig ankamen. Drei Teilnehmer aus Konstanz und zwei aus Wuppertal. Nach dem Einchecken im Hotel gab es in der wohlig warmen Gaststube ein umfangreiches Viergänge-Abendessen und ein gemütliches Kennenlernen.

Parcours, Übungen, Eisschrauben

Donnerstags ging es dann erst einmal zur Materialausgabe mit Anpassen der Steigeisen. Nach kurzer Anfahrt und ca. 15 Minuten Zustieg standen wir dann auch schon am Gasthausfall. Hier ging es vor allem erst mal darum, sich mit Steigeisen vertraut zu machen. So hieß es verschiedene Koordinationsparcours zu bewältigen, den Einsatz der Eisgeräte zu üben und los ging es zur Umsetzung an Toprope Routen.

Pro-Tip: Obwohl Zehen in Bergstiefel reichlich Platz haben: auch beim Eisklettern sind frisch geschnittene Fußnägel von Vorteil!

Am zweiten Tag ging es mit einem etwas längeren Zustieg an den „Easy Afternoon“. Heute hatten wir neben unserem Bergführer Juho noch Laszlo als Trainer dabei, was es uns am Nachmittag ermöglichte, zwei Seilschaften zu bilden und so zwei Seillängen zu klettern. Nachstieg mit Standplatz etc. lässt einfach nochmal ein deutlich intensiveres Klettergefühl aufkommen als nur Toprope. Allerdings rächte es sich, dass wir morgens zu viel Zeit vertrödelt hatten. So mussten wir den Abstieg mehr oder weniger im Dunkeln vornehmen – was uns aber nicht vom dem „zurück am Auto“ Bierchen abhielt.

Tag 3, Samstag, -2°, Schneefall, echtes Klettern: Vorstieg

Als zwei Seilschaften kletterten wir heute durch den Baffelfall (3SL), während Juho danneben kletterte und Tipps gab. Respekt an die Wuppertaler Jungs, die oberen Seillängen hätte ich mir im Vorsteig noch nicht getraut. Ich habe danach noch im unteren Teil des Baffelfalles ein wenig Vorsteigen geübt. Wie auch beim Klettern im Fels, finde ich mich beim Vorsteig immer ein paar Stufen konzentrierter und klettere gefühlt etwas sauberer. Jedenfalls ist Vorstieg auch beim Eisklettern kein Problem, mit ein wenig Training geht da sicher noch einiges!

Zum Ausklang gab es am Sonntag noch ein paar Routen im Gasthausfall. Wie erwartet, hat der Kurs mit Juho von raus und rauf einfach Spaß gemacht. Auf jeden Fall fühle ich mich nun wirklich bereit auch mal selber loszuziehen. Muss also nun dringend auf Eisschrauben und Eisgeräte sparen. Dann geht es sicher demnächst wieder ab in den nächsten Eisfall.

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