Samstag Vormittags kurzerhand zusammengepackt und ins Däle zu den anfängergerechten Mehrseillängen gefahren. Unser Ziel war der Aussichtsfels, der allerdings Samstag Vormittags schon recht behangen war mit anderen Seilschaften. Alle Altersklassen tummelten sich da, stiegen auf, seilten ab. Mein erster Felskontakt an diesem Tag war so auch gleich ein Stein, der fallenderweise meine Schulter touchierte. Dieser Willkommensgruß war für mich irgendwie auch tonangebend für diesen Tag. Zudem war die Kommunikation zwischen uns Vieren an diesem Tag, vorsichtig umschrieben, nicht ganz so einfach, darum verging recht viel Zeit mit recht wenig klettern.

Dennoch konnte ich die Meßkircher Kante (V) klettern, die an so ziemlich genau drei Stellen eine V ist: kurz nach dem Einstieg ziemlich weit aufstehen, danach am Bäumchen eine Schlinge legen, leicht rechts halten und auf Reibung über die Schuppe nach links. Etwas abdrängend-wackelig um die Ecke herum aufstehen. Den einzig guten (ehemals, jetzt glattpoliert) Griff im etwa mannshohen Riss zwischen dem Gebüsch weglassend und lieber crimpend merkwürdig hoch, das wars eigentlich schon. Es folgt einiges an Botanik und noch ein kleiner, moosiger Aufschwung bis man oben plötzlich auf einem seichten Grat steht. Weiter dem Grat folgen, ein weiterer Aufschwung (dort die Zwischensicherung übersehen) und Stand!

Tipp: es ist angebracht, auf möglichst gute, gerade und saubere Seilführung zu achten, sonst gibt es ein anstrengendes Gezerre. Den Einstieg bis zum plattigen Quergang durfte ich an diesem Tag gleich zwei Mal machen, nämlich um den Friend herauszuholen, der das Seil schön um den Bauch herum gespannt hat und so so viel Reibung verursacht hat, dass am Stand nichts mehr nachzuholen war.

Der Adolf-Niklas-Gedenkweg (IV), eine zwar klassische, aber doch eher unschöne Verschneidungskletterei, war in diesem Jahr gleich viel zahmer als zuletzt. Der Ausstieg über das Geländer des Aussichtswegleins oben und die fantastische Sicht ins Donautal entschädigen für die blankgewetzten Stellen in der ersten Seillänge.

Kurzum: ein durchwachsener Klettertag, an dem ich so einiges lernen durfte/konnte/musste. Im Zentrum meines persönlichen Lernprozesses stand ganz klar Gruppendynamik und Verhalten am Fels. Sonderlich konstruktiv war ich allerdings nicht.

Literatur:

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