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    Alpstein: durch die Wagenlücke

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    Alpstein: durch die Wagenlücke

    Am Freitag Nachmittag fuhren wir mit der Gondel zur Ebenalp und damit hinein in den Nebel. Eine Umrundung der Ebenalp brachte uns durch die Wildkirchli-Höhlen, am Äscher vorbei und weiter zur Altenalp. Durch Nebelschwaden wanderten wir nach einer kurzen Kafi-Pause weiter zum Mesmer wo wir pünktlich um 18 Uhr ankamen.  Meine “aus dem Bauch heraus”-Planung ging wieder einmal wunderbar auf!

    Mit nur noch einer Familie, die auch hier oben nächtigten, und uns Dreien, war sehr wenig los. Nach einigen Pannache mit leckerem Appenzeller Bier und dem “besten Rösti des Alpsteins” sowie einer netten Unterhaltung mit den Wirten, zogen wir uns ins Lager zurück, genossen noch einige Schluck Whiskey und Schokolade und mümmelten uns in die weichen, warmen Decken.

    Volle Konzentration am Samstag

    Am Samstag früh um sieben, herrliche Inversionswetterlage: während es oben auf 1600m kühl und klar war, ging über dem dichten Nebelmeer im Tal die Sonne auf. Solche Naturschauspiele geben den Bergen einfach etwas mystisches. So langsam kamen wir in die Gänge und staksten bald los, hinter der Hütte hoch in Richtung Säntis. Das Tal ist Schattig, erst sehr spät am Tag fällt hier Sonne ein. Doch nach einer halben Stunde waren wir warm gelaufen – was auch nötig war, denn die bretthart gefrorenen Schneefelder, übrig vom Schneefall anfangs der Woche, forderten unsere volle Konzentration. Zum Glück waren oft schon tiefe Spuren getreten, sonst hätten wir hier abbrechen müssen. Aber so ging es langsam, konzentriert, mit einigen Klettereinlagen, bis zum Anstieg in die Wagenlücke. Dieser, ein teilweise Schnee- und eisbedeckter Schotterhang, flößte uns zuerst dermaßen Respekt ein, dass wir erst eine kurze Pause mit Schokolade und heißem Tee einlegten. Dann gings, wie so oft in den Bergen, viel einfacher, als es von unten zu erkennen war. 

    Welch herrlicher Sonnenschein! Zum Mittag erreichten wir die Wagenlücke, packten unser Vesper aus, und frühstückten ausgiebig. Die warmen Sonnenstrahlen, neugierige und hungrige Dohlen, Stille. Drüben am Lisengrat mühten sich einige Wagemutige langsam und bedächtig durch die Schneefelder und Rinnen. Es fällt schwer, wieder aufzustehen, den Abstieg durchs Tal vor Augen. Je tiefer wir kamen, desto schneller stiegen wir ab. Die Aussicht auf Kaffee und Toilette der Meglisalp beschleunigten unsere Schritte. An der Meglisalp war jedoch dermaßen viel los – und wir waren dermaßen viel Einsamkeit gewohnt, dass wir uns doch ziemlich verloren in der Menschenmenge fühlten. Also nahmen wir, nach nur wenigen Minuten Rast, den restlichen Abstieg nach Wasserauen, in Angriff.

    Ehrgeizige Absteiger

    Eine Wandergruppe, wohl auf der Flucht, drängelte, wir ließen sie vorbei, holten sie jedoch bald wieder ein. So wiederholte sich das Spiel einige Male. Schade nur, dass sie aus falsch verstandenem Ehrgeiz die Schwächste ihrer Gruppe komplett aus den Augen verloren. Die Dame tat sich sehr schwer auf den Schneefeldern, vor allem wenn es links einige hundert Meter senkrecht runter ins Tal abbricht. Auch geübte Wanderer konzentrieren sich an solchen Stellen (auch wenn das manche natürlich nie zugeben würden…). Nunja, was soll man dazu sagen, Ehrgeizlinge und gefährliche Idioten gibt es überall und halt auch in den Bergen.

    Leif is Leif…

    Nach gefühlten tausend Treppenstufen, mit schmerzenden Knien, tauchten wir wieder in den Nebel ein. Uns umhüllte wieder eine mystische Stimmung, Nebel, das Wäldchen, moosbewachsene Felsbrocken. Sofort wurde es kühl und klamm, die restlichen tausend Stufen nahmen wir weniger schwungvoll und waren einfach nur froh, im Tal anzukommen. Dort empfing uns wirklich schräge Alleinunterhaltermusik, auf einer Tafel wurde das Oktoberfest wiederbelebt, und vor fünf Gästen krächzte eine Stimme “Leif is Leif… Nananaaa”. Willkommen zurück in der Realität!

    Literatur:

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