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    Abendskitour im Schweizer Jura bei bestem Schnee

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    Abendskitour im Schweizer Jura bei bestem Schnee

    Abendskitour auf Le Chasseron im Jura.

    Mittags erreicht mich der Ruf in der Arbeit, ob ich nicht Lust hätte, abends mit auf ne kleine aber feine Skitour mitzukommen. Treffpunkt um 18 Uhr, dann geht es mit dem Auto nach Les Rasses, einen kleinen Wintersportort oberhalb von Yverdon im Schweizer Jura. Der Ort selbst liegt (für dortige Verhältnisse) schon recht hoch, auf ca. 1100m. Schnee liegt auf jeden Fall reichlich, und es ist anscheinend auch noch gut was los. Alle Nase lang kommen uns Tourengeher entgegen gefahren, während wir die Piste hochsteigen. Trainieren wohl alle für die Patrouille des Glaciers demnächst.

    Die Stirnlampen sind fast nicht nötig, der Mond bescheint die wunderschön beschneite Landschaft, alles erscheint in schwarz und weiß…

    Oberhalb der Baumgrenze (hier recht niedrig natürlich) wenden wir uns nach Norden und steigen gegen den gut sichtbaren Gipfel von Le Chasseron über weite weisse Wiesen an. Je höher wir kommen, desto surrealer wirkt der nächtliche Gipfelsturm der anderen Tourengeher, die von überall aus dem Wald zu kommen scheinen.

    War es im Wald noch windstill, bläst hier oben der Wind über die Ebene, was das Vorwärtskommen auf dem harten Schnee erleichtert, den Gipfelaufenthalt aber eher verkürzt. Für die 400 Hm haben wir wohl 50-60 Minuten gebraucht. Trotzdem geniessen wir die Sicht, welche Richtung Schweiz einfach unglaublich gut ist. Dank Mond kann man bis zum Alpenkamm schauen. Beide Seen (Lac de Neuchatel und Genfer See) stechen als schwarze Flächen aus dem Lichtermeer heraus.

    Wir fellen ab, packen uns ein und kämpfen uns durch den Wind zurück auf den Kamm zwischen Gipfel und P.1521 zu dem Wegweiser. War die andere Seite des Kammes flach, geht es hier steil hinab auf die windabgewandte Seite des Berges (und dadurch ein unglaubliches Schneeloch). Drei oder vier Spuren sind schon gezogen, ansonsten verirrt sich hier heute abend NIEMAND hin. Wir haben den Wahnsinnsschnee also für uns. Einer nach dem andern sucht seinen Weg durch die lichten Bäume, das Gelände ist um die 30° steil, wunderbar zum Abfahren.

    Bei den Hütten La Merlaz (1332m) angekommen, gibt’s eine Schoki und heissen Tee, dann wird angefellt und sofort wieder aufgestiegen. Nicht in den Pass, sondern etwas rechts davon (von unten gesehen), das macht eine halbe Stunde. Das Gelände wird etwas steiler, oben um die 35°. Fünf Meter unter der Kammkante fellen wir ab, dann geht es wieder mit Jubelrufen den Wintermärchenwald hinab. Tiefer Schnee staubt, die Lampenkegel tanzen auf der weißen Unterlage.

    Wieder bei der Hütte angekommen, wird wieder angefellt, diesmal gibt es ja schon eine Spur :). Wo wir vorher umgedreht haben, muss man jetzt noch die letzten steilen Meter durch die rutschige Triebschneeschicht auf den Kamm steigen, das geht am besten mit den Skiern in der Hand. Oben angekommen, werden die Felle ein letztes Mal eingesteckt, ein wenig Tee getrunken und dann abgefahren. Die baumlose Ebene entlang ist eher unspannend, aber dann auf der frisch präparierten Piste als Einzige nach unten zu cruisen, ist einfach der perfekte Abschluss der Guten-Abend-Tour.

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