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Six Moon Designs "Lunar Solo" Ultralight Shelter

| 0 Kommentare | Appeal 45.1023

Mit dem Six Moon Designs "Lunar Solo"* stelle ich einen weiteren Klassiker unter Fern- und Ultraleichtwanderern vor. Die Konstruktion des Einpersonenzeltes setzt konsequent auf Gewichtsersparnis. Als Einwandzelt ist es in etwa halb so schwer wie vergleichbare Einmannzelte, dadurch aber anfälliger für Kondensprobleme, was bei der Wahl des Zeltplatzes berücksichtigt werden muss. Aufgebaut wird es mit Hilfe eines Wanderstocks und mindestens sechs Heringen oder Ankerpunkten.

Material und Verarbeitung

Das Zelt ist, wie beschrieben, als Einwandzelt konstruiert, gehalten von einem Trekkingstock mit mindestens 125cm Länge. Die Zeltplane und der Badewannen-Boden ist aus Silnylon (silikonisiertes Nylon) mit 30 respektive 40 Denier Fadenstärke. Die Verwendung von sehr dünnem Silnylon ergibt eine enorme Gewichtsersparnis, verglichen mit robusteren und günstigen PU-Planen, aber auch verglichen mit dickeren Nylonstärken.

Silnylon hat natürlich auch ein paar Schwächen: es kann etwas Wasser aufnehmen, wird dadurch dann etwas schwerer. Nach ausgiebigen Regengüssen schadet es nicht, das Zelt zum Trocknen für einige Minuten in die Sonne zu stellen oder zu hängen. Außerdem dehnt es sich etwas, man kann also davon ausgehen, dass man eine halbe Stunde nach dem Aufbau die Spannung etwas nachziehen muss.

Durch die Fragilität des Materials muss man aber etwas sorgsamer mit dem Zelt umgehen. Den Zeltplatz sollte man vor dem Aufbau gut absuchen und spitze Äste, Steine etc. entfernen. Unter Umständen ist der Einsatz einer Bodenplane empfehlenswert, zum Beispiel eine leichte und dünne Polycroplane. Ebenso sollte ein großer Abstand zu Feuern gehalten werden, Funkenflug brennt sich sofort durch das Material.

Die Verarbeitung des Zeltes, der Nähte, Spanngurte etc. ist hervorragend, alle Nähte sind gerade gehalten und sauber verarbeitet. Um dem Zelt den letzten Schliff zu verpassen, sollte man, wie bei allen Silnylon-Zelten, die Nähte noch einmal selbst abdichten.

Beim ersten Aufbau an einem gut belüfteten Ort, empfehle ich Seamgrip - von innen - auf alle Nähte aufzutragen und das Zelt beziehungsweise die Nähte zwei Tage lang trocknen zu lassen. Man kann das Zelt gegen Aufpreis auch vom Hersteller abgedichtet kaufen. Six Moon Designs hat natürlich viel Erfahrung damit, trägt den Nahtdichter allerdings von außen auf, was die Optik dann doch etwas stört. Diese zehn Minuten Arbeit und Kostenersparnis (McNett SilNet Silikon Nahtdichter für 7,95€) übernehme ich also gerne.

 

Der "perfect pitch" - Aufbau des Zeltes

Lunar Solo Perfect PitchFür einen "perfect pitch", also den perfekten Aufbau und Abspannung, empfiehlt es sich, sich an die Aufbauanleitung von Six Moon Designs zu halten.

Das Zelt wird - nach dem Absuchen und Reinigen des Zeltplatzes - auf dem Boden ausgebreitet. Wenn möglich, sollte die Rückseite des Shelters in den Wind zeigen. Alle Schlaufen und Abspannpunkte sollten gelockert, die beiden Eingänge sollten geschlossen sein.

1) Zuerst spannt man die beiden seitlichen Schlaufen an der Front

2) Dann geht man zur Rückseite und setzt die mittlere Abspannung und die mittlere Schnur auf der Vorderseite am Eingang. Diese ruhig mit ausreichend Abstand zum Zelt befestigen.

3) die zwei seitlichen Abspannpunkte an der Rückseite werden befestigt

4) Nun stellt man seinen Wanderstock auf etwa 125cm ein und führt ihn, mit der Spitze voraus, am Eingang in die Verstärkung im "schwarzen Hütchen" und stellt die Stange auf. Am Boden ist eine Lasche, an der eine Gummischlaufe befestigt ist. Diese Schlaufe führt man um den Griff des Stocks. Damit ist die Zeltstange und das Zelt aufgebaut.

5) Einmal rund herum etwas Finetuning und nach einer Weile dann noch einmal etwas Nachspannen.

Praxis und Tipps

Durch die Umgebung, Temperaturunterschiede und das Atmen entsteht Kondensation, die sich an der kalten Außenhülle niederschlägt. Bei doppelwandigen Zelten hat das Innenzelt etwas Abstand zur wasserdichten Außenhülle, dadurch kommt man mit der nassen Zeltplane nicht in Kontakt und ist, falls doch mal etwas tropft, durch das Innenzelt etwas geschützt. 

Bei einwandigen Zelten entfällt das Innenzelt, was enorme Gewichtsersparnis bringt. Allerdings wird die Wahl des besten Zeltplatzes wichtiger, sonst wird man der Kondensation kaum Herr. Noch einmal zum Verständnis: wie am Spiegel kondensiert Feuchtigkeit an kühlen Flächen. Im Zelt ist es etwas wärmer, also kondensiert zum Beispiel die natürliche Feuchtigkeit der Umgebung, aber auch der Atem (was gut und gerne einem halben Liter pro Schläfer entspricht). Bei größerem Temperaturunterschied, bei großer Kälte, fällt das mehr in's Gewicht. Vor allem aber merkt man den Unterschied, wenn man in unmittelbarer Nähe von Gewässern zeltet. Auch Senken sammeln über Nacht die kalte Luft - sie ist bekanntlich schwerer als warme Luft.

Zeltplatzwahl

Hier nun einige Tipps für die Wahl des besten Zeltplatzes:

  • trockenen Platz suchen, Moss und nasses Gras meiden
  • unter einem dichten Baum: dieser schützt und isoliert
  • auf Erhebungen, nicht in Senken suchen
  • Abstand zu Gewässern halten
  • so abspannen, dass Durchzug herrscht, also die feuchte Luft entweichen kann; nicht bis zum Boden spannen
  • nicht im Zelt kochen

Tipps

Ein Stück Mikrofaserhandtuch hilft, um morgens das Kondenswasser abzuwischen. Zur Mittagspause sollte das Zelt und den Schlafsack kurz lüften und wenn möglich trocknen lassen.

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