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Testbericht MSR Miniworks EX Wasserfilter

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Ein Wasserfilter wie der Miniworks EX von MSR presst verschmutztes Wasser durch ein spezielles Filtersystem. Dabei wird das Wasser von gefährlichen Keimen gereinigt und ist anschließend trinkbar.

Für den Erfolg von Trekkingtouren (wie z.B. auf unseren Marokkotouren) ist es durchaus entscheidend, dass man mit voller körperlicher Gesundheit wandern kann. 2010/11 wäre es ohne sauberes Trinkwasser unter Umständen sogar lebensbedrohlich geworden, da uns diese Tour teilweise weglos und ein bis zwei Tagesmärsche außerhalb jeglicher Zivilisation verlief. Zudem waren wir auf gute Planung und Glück angewiesen, um wenigstens ein Mal täglich Oberflächenwasser zu finden. Die meiste Zeit war dies dann eine Pfütze, hellgrün von Algen mit leicht muffigem Geruch. 

Da ich Ende Januar wieder nach Marokko reise und eine Trekkingtour durch den Djebel Sarhro mache, stelle ich hier den Testbericht zum MSR Miniworks EX Wasserfilter* vor.

Gefahren durch verschmutztes Wasser

Die Gefahren durch verschmutztes Wasser sind bekannt, deshalb erinnere ich hier nur kurz an die Hauptgefahrenquellen - und mit welchen Mitteln diese bekämpft werden können.

Parasiten

Parasiten sind Lebewesen, die sich in ihrem Wirt einnisten und sich von ihm ernähren. Sie können in Tümpeln und Seen leben und dort ihre Larven ablegen. Wasser dient als Transportmedium für die Erreger oder als Lebensraum für Zwischenwirte. Wenn der Mensch dieses Wasser trinkt, gelangen die Parasiten in den Körper. In der Regel handelt es sich um Würmer bzw. dessen Larven.

Protozoen

Einzellige tierische Lebewesen (0.001 - 0.015 mm), sogenannte Protozoen, können eine weitere Infektionsquelle sein. Krankheitserregende Protozoen sind z.B. Entamoeba histolytica (Amöbenruhr), Giardia, Lamblien, und Kryptosporidien. Besonders gefürchtet sind Amöben, welche weltweit vorkommen und besonders in subtropischen Gegenden beheimatet sind. Aufgrund Ihrer Größe lassen sich Protozoen jedoch leicht aus dem Wasser filtern, bei chemischer Desinfektion braucht es aufgrund Ihrer widerstandsfähigen Membran eine lange Kontaktzeit von bis zu zwei Stunden.

Bakterien

Bakterien sind Einzeller (0,0002 - 0.005 mm), die oft durch Abwässer oder andere organische Substanzen in Gewässer gelangen und sich dort je nach Umweltbedingungen sehr schnell vermehren können. Pathogene Keime, die oft durch verunreinigtes Trinkwasser Krankheiten auslösen, sind: E.coli (Escherichia coli), Salmonellen (Salmonella typhimurium) oder Cholera (Vibrio cholerae).

Viren

Viren gelangen hauptsächlich durch Abwasser in den Kreislauf und können sich nur in lebenden Zellen vermehren. Durch Ihre minimale Größe (0,00002- 0,0002 mm) ist es schwierig, sie mechanisch zu Filtern. Jedoch reagieren Viren empfindlich auf Hitze und chemische Desinfektionsmittel. Bekannte gefährliche Viren sind die Erreger von Hepatitis A, Norwalk-Virus, Rota-Virus oder der Polio- Virus.

Chemikalien

Aktivkohle ist in der Lage, gelöste organische Spurenstoffe, wie z. B. Pestizidwirkstoffe und deren Metabolite oder Medikamentenrückstände durch Adsorption dieser Stoffe aus dem Wasser zu entfernen. Je unpolarer die Stoffe sind, desto besser werden sie an Aktivkohle adsorbiert. Ionische Substanzen, wie Mineralien, Salze und Kalk, verbleiben dagegen im Wasser. 

(Quelle: wasserklar.netWikipedia)

Konstruktionsprinzip des Filters

Der MSR Miniworks EX Wasserfilter ist sehr einfach aufgebaut und kann daher ohne Werkzeug auseinandergebaut und gereinigt werden. Die Hauptbestandteile sind die Handpumpe, die per Hub-und-Zugbewegung Druck im Zylinder aufbaut. In diesem Zylinder steckt der Keramik-Aktivkohle-Filter, durch den das kontaminierte Wasser gepresst wird. Der Keramikeinsatz hat extrem kleine Poren (0,0002mm), an denen Bakterien, Viren und Protozoen hängen bleiben. Das Wasser wird anschließend durch den Aktivkohlefilter von (manchen) Chemikalien und unangenehmem Beigeschmack gereinigt.

Doch Vorsicht: alles, was durch die Poren passt, also kleiner als die 0,0002mm ist, landet natürlich im Trinkwasser. So sind manche Viren deutlich kleiner - und können nur durch zusätzliches Abkochen oder chemisches Entkeimen abgetötet werden. Bei riskanten Wasserquellen ist eine Kombination der Methoden Filtrierung und chemische Wasserentkeimung angeraten.

Handhabung

Bei der Handhabung ist etwas Vorsicht geboten, damit kontaminiertes Wasser nicht gleich wieder das eben gefilterte Wasser verunreinigen kann. Auch sollte die Filterkerze regelmässig gereinigt und nach der Tour zu Hause abgekocht werden, um sie von anhaftenden Keime zu befreien.

Fazit

Besonders klein und leicht ist ein Pumpfilter wie der MSR Miniworks natürlich nicht, jedoch überwiegen die Vorteile den Nachteil bei weitem. Besonders in Risikogebieten, in denen man auf offene Gewässer zur Trinkwasserversorgung angewiesen ist und nicht auf abgefülltes und verschlossenes (Mineral-)Wasser zurückgreifen kann, ist ein gut funktionierendes Wasserreinigungssystem wichtig. Hier hat sich eine Kombination aus mechanischer Filtrierung und evtl. anschliessender chemischer Entkeimung bewährt.

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Kommentare

Gast , Mi., 06/06/2018 - 21:01
Danke für diesen interessanter Beitrag! Ein so tolle Trekkingtour wie Morokko werden wir wahrscheinlich eher weniger erleben, wir sind eher öfters in der "Pampa" unterwegs und benötigen meist nach einige Tagen auch Trinkwasser.

Bisher holen wir sie oft aus recht "zuverlässige" Quellen wie die Ortsbrunnen, oder Quellen die, die Einheimischen auch benutzen. Da habe ich mich schon oft gefragt ob Parasiten und co. dabei sind und ein Filter notwendig wäre. Ich habe bis jetzt gsd noch keine Würme in mir entdeckt.... aber wer weiß?
Ja, das Problem mit den "einheimischen Brunnen" kenne ich auch. Zumindest sind da keine wirklich schlimmen Sachen drin, sonst würden's die Einheimischen auch nicht trinken können. In diesem Fall (bei klarem Wasser ohne Schwebstoffe) reicht wohl Mikropur oder ähnliche Chemie.